Es ist richtig, dass die Innenminister der EU-Mitglieder nach dem Ansturm von Migranten auf Ceuta an diesem Dienstag bei einem Sondertreffen darüber reden, wie die Außengrenzen der Union besser geschützt werden können. Aber dabei sollten sie im Blick behalten, dass Ceuta ein Sonderfall ist – geographisch wie rechtlich: Die spanische Exklave in Nordafrika ist durch das Mittelmeer von der übrigen EU getrennt und gehört nicht zum Schengenraum.Populistische Kurzschlussreaktionen helfen nichtWas auch immer man an der Migrationspolitik der spanischen Regierung kritisieren mag: Sie hat recht, wenn sie sich gegen Reaktionen wie die Italiens verwahrt. Rom hat wegen des Geschehens in Ceuta das Schengen-Abkommen gegenüber Spanien vorübergehend ausgesetzt. Eine stichhaltige Begründung dafür gab es nicht, denn das Geschehen in Ceuta hatte keine Auswirkungen auf Italien. Diese Art von populistischen Kurzschlussreaktionen schürt nur Misstrauen unter den EU-Mitgliedern und erschwert die notwendige sachliche Debatte.Europas Grenzen müssen auf eine Weise besser geschützt werden, die eine Instrumentalisierung von Migrationsströmen durch äußere Mächte abwehrt, die nach innen deutlich macht, dass die Zuwanderung begrenzt und kontrolliert wird, und die gleichzeitig menschlich bleibt. Abschreckung allein wird nicht reichen: Solange Europa noch für wirtschaftlichen Erfolg, persönliche Freiheit und soziale Sicherheit steht, wird es für Menschen aus anderen Erdteilen attraktiv bleiben.