Sie tanzen durchs Feuer und baden im Eis: Niina Lehtonen Brauns Aquarelle und Gouachen nackter Frauen in Aktion in der Schwartzschen Villa in Berlin.
Niina Lehtonen Braun: „Wenn alles schwer ist und du keine Kraft mehr hast, brauchst du ein Parfüm und einen roten Lippenstift“
Ludger Paffrath
Frauen. Sie sind auf jedem der großen und kleinen Aquarelle und Gouachen zu sehen, die Niina Lehtonen Braun dicht an dicht über zwei Wände in der Galerie Schwartzsche Villa verteilt hat. Man spürt noch immer das Wasser in den Pinselstrichen, mit denen die finnische Künstlerin ihre Figuren auf das Papier wirft. Skizzenhaft, spontan, so wirkt das. Hier kniet eine vor einem Ofen, neben sich Briketts, da tanzt eine durchs Feuer, eine grillt Würstchen, eine legt den Kopf mit geschlossenen Augen wie träumend auf die Wasseroberfläche. Unbekleidet sind sie alle.
Die Fenster in der Schwartzschen Villa sind offen, von draußen hört man die Gäste des Cafés. Vielleicht, weil es gerade so warm ist, denkt man an ein Ferienlager für Frauen, die zusammen Feuer machen, baden und reden und reden. Denn in viele Blätter fließt Schrift mit ein, Deutsch und Englisch. Manchmal muss man nah rangehen, um lesen zu können, dass unter einer kleinen Figur, die über eine weite rosa Fläche geht, steht: „… auf dem Weg zur Strahlentherapie“. Manchmal muss man den Kopf in den Nacken legen für eine längere Erzählung über Menstruation und ihre quälende Trübung des Gemüts. Anderes scheint lustig: Über einer Frau, die sich lässig mit einem Rotweinglas auf den Ellbogen stützt, steht: „Ich habe die Ärztin gefragt, ob es ihr etwas ausmacht, wenn ich vor dem Einsetzen der Spirale etwas Wodka trinke“.







