Um Liebe von der Metaphysik bis zum Körper geht es in den Zeichnungen vierer Künstlerinnen bei Mountains wie auch bei Mooni Perry im Kunst Raum Mitte.

Dorothy Iannones „Put your mouth right here (Please)“, 1975/2016, in der Ausstellung „Lass es Liebe sein“ bei Mountains

Mountains Berlin

E s ist lustig, die Weydingerstraße auf dem Weg zur Ausstellung „Lass es Liebe sein“ entlangzulaufen und dabei durch das Schaufenster der Galerie Nagler Draxler die Schriftbilder von Heimo Zobernig zu sehen. Mit transparenter Blockschrift hat er auf der Leinwand nur die Worte „Hamlet total abstrakt“ angebracht. Angesichts der erotischen Zeichnungen in der danebenliegenden Galerie Mountains meint man, Zobernig hätte sich durch die Abstraktion einen kühlen Schutzmantel umgelegt.

Denn bei Mountains geht es konkret, unverfroren und fröhlich zu. Es wird an Nippeln gesaugt, an der Klitoris geleckt, an Schamlippen gezogen. Manch Figuren auf den intimen Zeichnungen haben gleich sechs oder acht Brüste, an denen sich lutschen lässt. „Lass es Liebe sein“ versammelt vier Frauen, die – bis auf die 2022 im Alter von 89 Jahren verstorbene US-amerikanische Wahlberlinerin und Punk-Madame Dorothy Iannone – in den 1940ern geboren wurden und die europäische Frauenbewegung der 1970er Jahre miterlebten.