Die spanischen Leitmedien beschreiben den Massenansturm auf Ceuta übereinstimmend als die schwerste Migrationskrise in dieser Dekade. Unterschiedlich wird jedoch die politische Verantwortung bewertet.
Die größte spanische Tageszeitung El País spricht von einer historischen Dimension der Ereignisse. Nach ersten Schätzungen der Sicherheitsbehörden seien inzwischen mehr als 49.000 Menschen irregulär nach Ceuta gelangt, einzelne Quellen bezifferten die Zahl sogar auf nahezu 60.000. Die Zeitung betont zugleich ausdrücklich, dass es sich dabei um Schätzungen handle und keine offiziellen Regierungszahlen vorlägen. Die Zahl der Todesopfer sei inzwischen auf 19 gestiegen.
Kritik an Madrid, Vorwürfe gegen Rabat
Vor Ort zeichnen die Reporter das Bild einer völlig überlasteten Stadt. Tausende Migranten hätten die Nacht im Freien verbracht, während zugleich bereits Hunderte wieder freiwillig nach Marokko zurückkehrten. Ein Einwohner habe die Lage als „eine ständige Demonstration“ beschrieben.
Für Extraschalten und Liveblogs sorgt auch die Lage an der Grenze zu Marokko. Marokkanische Patrouillenboote hätten am Freitagmorgen begonnen, Schwimmer in den Gewässern vor Ceuta aufzunehmen und ins afrikanische Land zurückzubringen. Dies deutet nach Einschätzung der Zeitung auf eine wieder einsetzende Zusammenarbeit der spanischen und marokkanischen Behörden hin.










