Ferrari Luce: Und er verkauft sich dochAnders als von Kritikern vorhergesagt, scheint die Nachfrage nach dem ersten Elektroauto der italienischen Sportwagenschmiede Ferrari alle Erwartungen zu übertreffen. Auch hier gibt China den Takt an.31.07.2026, 10.00 Uhr3 LeseminutenWäre kein Ferrari-Logo darauf, würde der Luce als Elektroauto vielleicht weniger auffallen.PDFerrari hat offenbar das Jahresverkaufsziel für sein erstes Elektrofahrzeug überhaupt erreicht – bereits nach zwei Monaten seit der Lancierung des Modells Luce. Dies wurde aus Unternehmenskreisen kolportiert, auch wenn Ferrari bisher keine konkreten Verkaufszahlen zum neuen Elektroauto bekanntgegeben hat. Die hohe Nachfrage stamme vor allem aus China, berichtete die «Financial Times».Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Der Hersteller hatte sich zum Ziel gesetzt, in diesem Jahr knapp 500 Einheiten des stark polarisierenden E-Autos Luce zu verkaufen. Der 550 000 Euro teure Stromer unterscheidet sich deutlich von bisherigen Fahrzeugen des Autobauers aus Maranello in Norditalien. Er ist ein viertüriges Familienauto mit für die Marke erstmalig fünf Sitzen und war bei der Lancierung aufgrund seines ungewöhnlichen Designs einer Flut negativer Kritiken ausgesetzt. Entworfen wurde der Wagen, der viele Betrachter an ein Smartphone von Apple erinnert, grösstenteils von den ehemaligen Apple-Designern Jony Ive und Marc Newson.Im vergangenen Monat erklärte ein hochrangiger Ferrari-Manager, das unkonventionelle Erscheinungsbild des Fahrzeugs sei weitgehend durch aerodynamische Anforderungen bedingt und müsse «erst verdaut werden», bevor man es verstehen könne.Graue Eminenz fordert Entfernung des MarkenlogosKurz nach der Vorstellung des unkonventionellen Elektroautos forderte der ehemalige Ferrari-Vorstandsvorsitzende Luca di Montezemolo, dem Luce sein charakteristisches Emblem mit dem springenden Pferd zu entziehen. Die an der Mailänder Börse kotierten Aktien des Konzerns verloren zudem am ersten Handelstag nach der Vorstellung im Mai 2026 mehr als 8 Prozent an Wert.Auch die Türöffnung ist ungewöhnlich – für Ferrari aber nicht neu: Bereits der Purosangue verfügt über Portaltüren.PDAuf die Kontroverse folgte wenige Tage später der plötzliche Rücktritt von Ferraris langjährigem Marketing- und Vertriebsleiter Enrico Galliera. Doch der Konzern erklärte, sein Ausscheiden und seine Ablösung durch einen ehemaligen BMW-Manager seien bereits vor der Markteinführung des Luce geplant gewesen.Ferrari verteidigte den Luce als Versuch, seine Technologie zu präsentieren und eine neue Generation wohlhabender Käufer anzusprechen – insbesondere in China und Technologiezentren wie dem Silicon Valley –, die bereits gewohnt sind, Elektroautos zu fahren.Zudem erteilte das Unternehmen den Händlern strikte Anweisungen, seine traditionellen, benzinbegeisterten Sammler nicht zum Umstieg auf Elektroautos zu zwingen. Zuvor machten Gerüchte die Runde, einzelne Händler hätten ihren Kunden zum Kauf eines Luce geraten, um nicht das Recht auf exklusive Ferrari-Sondermodelle mit Benzinmotor zu verwirken.Das Verkaufsziel scheint auch längerfristig realistischDer Konzern hatte sich das längerfristige Ziel gesetzt, bis 2030 etwa 2500 Luce zu verkaufen, also 600 Einheiten pro Jahr. Das entspricht etwa 5 Prozent des gesamten Jahresabsatzes des Automobilherstellers und ist ein Ziel, das viele Analysten für erreichbar halten.Auch im Interieur erinnert vieles an das Apple iPhone: Der Luce bricht mit allen Ferrari-Traditionen.PDDer Ferrari-Chef Benedetto Vigna erklärte zudem, dass der Einstieg der Traditionsmarke in den Elektroautomarkt aufgrund der begrenzten Stückzahlen die branchenführende operative Marge von 30 Prozent nicht beeinträchtigen werde.Ferrari wird im August im Rahmen der Monterey Car Week – einer jährlich stattfindenden Veranstaltung in Kalifornien, bei der seltene Oldtimer und Luxusfahrzeuge präsentiert werden – sein erstes Serienmodell des Luce für einen guten Zweck versteigern. Nach Angaben des Auktionshauses Sotheby’s wird erwartet, dass das speziell konfigurierte Modell einen Preis von mehr als 1,1 Millionen Dollar erzielen wird.Passend zum Artikel
Ferrari überrascht: Sein erstes Elektroauto begeistert vor allem in China
Anders als von Kritikern vorhergesagt, scheint die Nachfrage nach dem ersten Elektroauto der italienischen Sportwagenschmiede Ferrari alle Erwartungen zu übertreffen. Auch hier gibt China den Takt an.














