Da sitzt er jetzt also am hölzernen Schreibtisch, der große Regisseur mit der grauen Haartolle, tippt zögerlich ein Spätwerk in seinen Laptop, und wieder, wie seit je, ist der Strickpullover safrangelb, ist das Designerregal signalrot und der Busch draußen vor dem Fenster sattgrün.

Zu erwähnen, dass Pedro Almodóvar erneut einen bis zur surrealen Künstlichkeit farbenfrohen Film geschrieben und gedreht hat, erübrigt sich beinah. Allein, dieser fällt in eine zunehmend entsättigte Epoche des Kinos, deren Koloristen so beflissen wie fehlgeleitet Ernst mit Düsternis gleichsetzen. Es ist nicht anzunehmen, dass Almodóvar sich zu einer Reaktion auf das blasse Gegenwartskino hinreißen ließe; und doch ist diesmal etwas anders mit seinem Farbenspiel. Bitteres Fest ist Almodóvars Film über Almodóvar. Und drum: besonders bunt.