Der spanische Regisseur Pedro Almodóvar spielt mit seinem neuen Film „Bitteres Fest“ das Regisseur-erzählt-von-Regisseur-Modell auf drei Ebenen durch.

Die Assistentin und der Autor: Mónica (Aitana Sánchez-Gijón) und Raúl Durán (Leonardo Sbaraglia) in „Bitteres Fest“

Studiocanal

Wie ein Filmemacher ein Drehbuch darüber schreibt, wie eine Filmemacherin ein Drehbuch schreibt: Davon handelt der neue Film von Pedro Almodóvar. Film-im-Film sagt man dazu üblicherweise, aber in „Bitteres Fest“ nehmen die Spiegelungen zwischen Kunst und Leben, Fiktion und Wahrheit eher schon matrjoschkahafte Züge an. Fast zu gut ist der fiktive Filmemacher Raúl (Leonardo Sbaraglia) als Alter Ego von Almodóvar selbst erkennbar, womit wir eine dritte Ebene hätten: Ein Regisseur inszeniert eine Geschichte, in der ein Regisseur sich eine Geschichte darüber ausdenkt, dass eine Regisseurin über Dinge schreibt, die ihren Freundinnen widerfahren sind.

„Bitteres Fest“ ist nicht der erste Film, in dem der mittlerweile 76-jährige spanische Regiemeister von sich selbst erzählt. Vor sieben Jahren gelang ihm mit „Leid und Herrlichkeit“ („Pain and Glory“) ein berührendes Porträt des Alterns, das auf recht persönliche Weise von Freundschaft, Fragilität und Reue handelte. Vertreten ließ sich Almodóvar darin durch keinen Geringeren als Antonio Banderas, der für seinen Auftritt zahlreiche Preise gewann, darunter in Cannes eine Palme als bester Darsteller.