KONTEXT:Wochenzeitung
Die Ulmer "Südwest Presse" feiert sich als Hort des Qualitätsjournalismus. Und mit ihr Minister Manuel Hagel (CDU). Dabei wird immer klarer, dass der neue Monopolist eher auf Kahlschlag und Zombie-Zeitungen setzt.
Die neue Heimat für guten Journalismus, titelt die "Südwest Presse" am 25. Juli und meint ihr Medienhaus. Das sehen nicht alle so. Foto: Redaktion
Und wieder ist das Wort gefallen. QUALITÄTSJOURNALISMUS. Alle, die es gut meinen mit der Demokratie, müssen es mindestens einmal gesagt haben. Autosuggestiv. Diesmal hat es Manuel Hagel, der baden-württembergische Vize-Ministerpräsident und Innenminister, in den Mund genommen. Vergangene Woche war es, bei der Einweihung des Medienhauses der "Neuen Pressegesellschaft" (NPG) in Ulm. Sie gibt seine Heimatzeitung, die "Südwest Presse", heraus, sieht sich als Heimstatt des guten Journalismus und hat Hagel sehr beeindruckt. Er verspricht, über eine Neuverteilung der Rundfunkgebühren nachzudenken.
Das Gebäude im Schatten des Münsters sei ein "tolles Ausrufezeichen" für Qualitätsjournalismus, lobt der CDU-Politiker aus Ehingen. Der werde mehr denn je gebraucht, genauso wie die "Medienvielfalt in der Fläche". Wegen der Demokratie und der Algorithmen, "die auf Empörung und Gewalt setzen". Zur Seite steht ihm Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher (SPD), der in dem Neubau gar ein "Wahrheitszentrum" erkennt.










