Omnipotenz und Adoleszenz: Der Superheldenfilm „Spider-Man: Brand New Day“ schickt seinen Protagonisten in die Selbsthilfegruppe.

Michelle „MJ“ Jones-Watson (Zendaya) und Spider-Man (Tom Holland)

Sony Pictures Germany

In der Welt der Superhelden spielt Psychologie eine große Rolle. Für den Hulk und sein Alter Ego Bruce Banner lässt sich eine Art dissoziativer Identitätsstörung ferndiagnostizieren; Superman und noch mehr seine ältere Cousine Supergirl sind nach der Zerstörung ihres Heimatplaneten Krypton inklusive sämtlicher Familienmitglieder mindestens traumatisiert. Batmans Abgründe bei der Gewaltanwendung wurden mehrfach thematisiert – das „Arkham Asylum“, langfristiger Aufenthaltsort von Psycho-Schurken wie dem „Joker“ und seiner Verehrerin Harley Quinn, schien langsam auf ihn abzufärben.

Bei Spider-Man steckt die psychologische Sollbruchstelle bereits im Namen: Peter Parker ist weniger Mann als eher ewiger Heranwachsender. Selbst wenn Schauspieler Tom Holland, der dem nachbarschaftlichsten aller Su­per­hel­d:in­nen schon in sechs MCU-(„Marvel Cinematic Universe“-)Filmen, drei davon Solo-Abenteuer, seinen athletischen, aber arachnidatypisch kleinen Tänzerkörper zur Verfügung stellte, mittlerweile 30 Jahre zählt und kürzlich Spider-Mans Film-Flamme MJ (Zendaya) gar in echt ehelichte: Spidey steckt in der Phase zwischen Fisch und Fleisch, in seinem Fall zwischen Spinne und menschlichem Twen fest.