Es ist das eine, was die Menschen sehen. Es ist das andere, was sie tun. Im Moment sehen sie in ihren Newsfeeds eindrucksvolle Bilder der großen Forstbrände in Spanien und Südfrankreich, sie sehen Flammenmeere und orange verdunkelte Himmel über sonst so traumhaften Urlaubsregionen. Sie sehen gewissermaßen die Klimakrise bei der Arbeit. Und sie sehen auch die Hilflosigkeit der Menschen, eingefangen als Touristen, die Urlaub machen, wo sich der Planet gerade auflehnt. Das ist die Ikone dieses Sommers: das Paar am Strand bei Lacanau, unterm Sonnenschirm, gemütlich hingefläzt, Strandtasche im Sand, eine riesige Rauchwolke im Blick. Doch steckt darin irgendein Imperativ für irgendwen? Fliegt dadurch nur ein Steak weniger auf den Grill oder ein Mensch weniger nach Kreta? Wird deshalb weniger Einwegschrott für den Strand gekauft und Wegwerfmode für jede Wetterlage? Wohl kaum – und selbst wenn, wäre es doch nur ein Tropfen auf den brennenden Forst.