Die Klimakrise wird gar nicht so schlimm, sagen rechte Medien und Öl-Lobby. Wer dieses Narrativ entkräften will, muss seine emotionale Macht verstehen.

Umarmungen von Menschen, wie hier bei einem Waldbrand in Athen, können vieles besser machen. Die Klimakrise lösen sie nicht

Marios Lolos/Xinhua/picture alliance

S eit einigen Wochen läuft eine Desinformationskampagne gegen Klimaschutz, die so haarsträubend ist, dass es schwerfällt, sie ernst zu nehmen. Sie deshalb zu ignorieren, wäre in diesem Fall aber ein Fehler. Denn die Akteure der Kampagne sind nicht nur der US-Präsident, die zweitgrößte Fraktion im Bundestag und der größte deutsche Zeitungsverlag, sondern auch ein weitverzweigtes Netzwerk neoliberaler Denkfabriken. Wollen wir ihrer fossilen Propaganda etwas entgegensetzen, müssen wir sie ernst nehmen.

Was ist passiert? Zunächst einmal sehr wenig, zumindest in der breiten Öffentlichkeit. Am 7. April veröffentlichte eine Gruppe Dutzender Klimaforscher*innen, deren Arbeit in die Berichte des UN-Weltklimarats einfließt, ein neues Rahmenwerk für Klimaszenarien. Das bisherige Worst-Case-Szenario RCP 8.5, das in einer Erderhitzung von beinahe 5 Grad resultiert hätte, ist laut den Wissenschaftler*innen mittlerweile „unplausibel“ – vor allem dank massiver Fortschritte bei erneuerbaren Energien. Im nächsten Bericht des Weltklimarats wird das Szenario damit wohl keine Rolle mehr spielen.