PfadnavigationHomePolitikDeutschlandBluttat beim CSD in Berlin„So kann man sich nicht äußern dazu“ – Özdemir attackiert Islamverbände wegen Reaktion auf AnschlagStand: 20:36 UhrLesedauer: 2 MinutenCem Özdemir (Die Grünen), Ministerpräsident in Baden-WürttembergQuelle: Bernd Weißbrod/dpaDie Islamverbände haben in ihren Stellungnahmen zum CSD-Anschlag das Wort „Islamismus“ vermieden. Cem Özdemir, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, findet: Wer sich so äußert, hat ein Problem.Der baden-württembergische Ministerpräsident Cem Özdemir (Grüne) kritisiert die Reaktion von Islamverbänden auf den Anschlag am Rande des Berliner CSD scharf. „Es muss schon klar sein, dass es sich um einen schwulenfeindlichen, queerfeindlichen Anschlag handelt“, sagte er in Stuttgart und bezog sich dabei nach eigenen Worten auf eine Stellungnahme der muslimischen Dachverbände. „Wenn man das Wort vermeidet, hat man ein Problem offensichtlich.“ Wenn man die Erklärung der islamischen Dachverbände lese, werde einem das Motiv des Täters nicht klar. Die Dachverbände erwähnten außerdem nicht, dass sich der Täter auf seine Religion bezogen habe, kritisierte Özdemir. Auch das gehe nicht. „Das Thema des Islamismus muss einfach erwähnt werden“, sagte der Regierungschef. „So kann man sich nicht äußern dazu.“ Lesen Sie auchMan mache es sich zu einfach, wenn man sage, man habe damit nichts zu tun. Özdemir forderte die muslimischen Dachverbände energisch auf, sich mit dem Thema Homophobie auseinanderzusetzen.Bei der Einschätzung des Terrors dürfe es keinen „Kulturrabatt“ geben, betonte der Ministerpräsident. Wenn es Gesetzeslücken gebe, müssten diese geschlossen werden. Zunächst seien aber die geltenden Gesetze umzusetzen. Die muslimischen Verbände müssten im Einsatz gegen islamistischen Terror mit anpacken, forderte Özdemir.Lesen Sie auchDie großen Islamverbände hatten sich am Montag distanziert zu dem Attentat in Berlin geäußert. „Wo Menschen aufgrund ihrer Identität oder ihrer Lebensweise zur Zielscheibe von Gewalt werden, werden die Grundwerte unseres Zusammenlebens angegriffen“, erklärte der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD). Der größte deutsche Moscheeverband Ditib verurteilte den Anschlag „sowie jede Form von Terrorismus, Extremismus und menschenverachtender Gewalt auf das Schärfste“. Der Verband Milli Görüs sprach von einem „abscheulichen Angriff“, der durch nichts zu rechtfertigen sei.dpa/epd/lfb