Der CSD-Anschlag bringt Debatten über deutschen Islamismus wieder aufs Tableau. Der Islamwissenschaftler Jaraba will Moscheen besser einbeziehen, der Antisemitismusbeauftragte Klein setzt hingegen auf mehr Härte.
29.07.2026, 06.44 Uhr
Blumen und eine Pride-Flagge als Gedenken am Anschlagsort in Berlin
Angesichts des islamistischen Anschlags auf den Christopher Street Day in Berlin fürchtet der Islamwissenschaftler Mahmoud Jaraba die Radikalisierung weiterer junger Männer. Entsprechend sei es seitens der Politik dringend notwendig, mehr in Prävention und Deradikalisierung zu investieren, sagte der Experte vom Forschungszentrum Islam und Recht in Europa der Universität Erlangen. Dabei müssten Moscheegemeinden gezielt einbezogen werden.
»Daran gibt es auch großes Interesse, doch sie haben zu wenige Ressourcen und oft auch kein Vertrauen vonseiten der Behörden« sagte Jaraba. Hier passiere derzeit noch »extrem wenig«, teilweise würden Mittel sogar gekürzt. »Dabei ist sich die Wissenschaft einig: Es wird in Zukunft noch zu mehr Radikalisierungen von jungen Menschen kommen.«Moscheen per se seien nicht das Problem, aber es gebe einzelne salafistische Moscheegemeinschaften, die radikale Inhalte verbreiteten. Zusätzlich existierten kleinere radikale Gruppierungen, die auf örtlicher Ebene aktiv seien. »Die müssen nicht unbedingt an eine Moschee angebunden sein, die Treffen können auch in privaten Räumen stattfinden«, sagte Jaraba. Das Phänomen sei nicht auf den städtischen Raum beschränkt, sondern auch auf dem Land zu beobachten. Von Verboten bestimmter salafistischer Moscheegemeinschaften hält Jaraba nichts. Immer wieder sei zu beobachten, dass es kurz nach einem Verbot genauso weitergehe wie zuvor – nur an einem anderen Ort, betonte er.










