Nach dem Attentat auf den CSD sitzt der Schock tief. Doch die queere Community hält dagegen: Drei Menschen erzählen von Solidarität und dem Mut, weiterzumachen.

Unsere erste Frage ist immer: Ist alles in Ordnung bei dir?

Es war ein großer Schock, das hat uns alle emotional sehr getroffen. Für viele Ukrai­ne­r*in­nen ist es etwas, das wir nur zu gut kennen. Denn seit dem russischen Angriffskrieg ist immer unsere erste Frage, wenn wir schlimme Nachrichten hören: Ist alles in Ordnung bei dir? Das schreiben wir, noch bevor wir fragen: Was ist passiert? Und diese Frage haben wir uns am Samstag auch wieder gegenseitig gestellt.

Viele Ukrai­ne­r*in­nen sind vor dem Krieg nach Deutschland und speziell auch Berlin geflüchtet, weil sie hier Sicherheit und Schutz gesucht haben. Viele aus unserer Community erleben jetzt alte Ängste wieder. Es war auch nicht der einzige queerfeindliche Angriff am CSD, wir haben auch einen von Rechten erlebt. Am Nollendorfplatz haben sie unseren Truck aus der Parade heraus mit Flaschen beworfen. Ich war selbst auf dem Truck, als die Flasche kam. Die Angreifer habe ich nicht gesehen, aber sie scheinen organisiert gewesen zu sein. Meine Kollegin meinte, dass sie alle einheitlich rot-schwarz angezogen waren. Die Polizei hat dann aber sehr schnell reagiert. An der Courbièrestraße hat außerdem jemand von einem Balkon aus mit einer Softair-Pistole auf die CSD-Parade geschossen.