Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin steht der Täter im Fokus. Dabei sollte stärker auf die Masse an queerfeindlicher Gewalt hingewiesen werden.

E s ist nicht leicht nach einem Anschlag wie dem vom 25.07. die richtigen Worte zu finden. Normalerweise würde ich für eine Woche keine News mehr schauen, um nicht sehen zu müssen, wie die breite Front der queerfeindlichen Rechten und Konservativen die Amokfahrt eines IS-Anhängers und den Tod einer CSD-Teilnehmerin für ihre rassistische und spalterische Agitation missbrauchen, während sie über die Masse der Angriffe und Anschläge auf CSDs und auf Queers allgemein sowie die strukturellen Ursachen dieser Taten schweigt und die Betroffenen queerfeindlicher Gewalt nicht zu Wort kommen.

Die Meldestelle Antifeminismus schätzt die Situation auf Anfrage so ein:

„Die Sichtbarkeit, politische Teilhabe und körperliche Selbstbestimmung von Frauen und/oder queeren Personen wird seit Jahren zunehmend angegriffen. Der Angriff auf den Berliner CSD ist kein isolierter Einzelfall: In den letzten beiden Jahren hat die Meldestelle Antifeminismus über 150 Angriffe auf CSDs, ihre Teilnehmenden und Or­ga­ni­sa­to­r*in­nen dokumentiert. Dies macht das organisierte, gewaltvolle Vorgehen gegen queeres Leben deutlich.