Der ehemalige Vorsitzende der türkischen CHP gründet eine neue Partei, die Yeni Parti. Viele Abgeordnete wechseln, eine Umfrage sieht sie vor der herrschenden AKP.

Özgür Özel (r.)mit Anhängern, nachdem er am 24. Juli 2026 einen Antrag auf Registrierung der neuen Partei Yeni Parti eingereicht hat

Ugur Yildirim/ap

Am Wochenende ist die neue Yeni Parti des ehemaligen Vorsitzenden der Partei CHP, Özgür Özel, überraschend erfolgreich gestartet. Nachdem Özel am Donnerstag auch formal seinen Austritt aus der CHP besiegelt hatte, ging der größte Teil der bisherigen CHP-Fraktion im türkischen Parlament gleich mit. Von den 132 CHP-Abgeordneten verließen 90 die Fraktion – und erklärten ihren Eintritt in die neue Partei. Nach gut informierten Kreisen werden wohl noch zehn weitere Abgeordnete die CHP verlassen und in die Yeni Parti eintreten.

Die Partei wurde am Freitag beim Innenministerium registriert und wählte am Samstag umgehend Özgür Özel zum neuen Vorsitzenden, dazu ihren erweiterten Parteivorstand. Damit wurde sie nach der AKP von Präsident Recep Tayyip Erdoğan aus dem Stand die zweitstärkste Partei im Parlament. Erste Umfragen zeigen auch, dass die Yeni Parti in der Bevölkerung gut ankommt. Mehr als 30 Prozent der Wähler können sich demnach vorstellen, die neue Partei zu wählen – das sind mehr als die AKP derzeit vorweisen kann.