Stand: 24.07.2026 • 18:20 Uhr
Der türkische Oppositionspolitiker Özel gründet eine neue Partei. Ein Großteil der Abgeordneten seiner früheren Partei CHP will ihm folgen - doch die Neugründung birgt auch Risiken.
Nur rund 30 Sekunden dauert das Video, das Özgür Özel am Freitagvormittag auf der Plattform X veröffentlicht. Der Clip zeigt ihn bei der Unterzeichnung der Gründungsunterlagen seiner neuen Partei, der "Yeni Parti" (zu Deutsch: "Neue Partei"). Anschließend blickt er lächelnd in die Kamera und sagt: "Möge es dem Vaterland, dem Volk, unserer Partei und uns allen von Nutzen sein." Damit macht Özel offiziell, was er bereits ein paar Tage zuvor angekündigt hatte.
Am vergangenen Dienstag hatte Özel fast eine Stunde lang im Fraktionssaal der Nationalversammlung in Ankara zu den CHP-Abgeordneten gesprochen. Schon nach den ersten Sätzen brandet Applaus auf.
Als Özel vom Abschied spricht, wird allen im Saal klar: Er wird die CHP verlassen und eine eigene Partei gründen. Es sei ein "erzwungener, trauriger Abschied", sagt er, ein "historischer Scheideweg" - nicht nur für ihn, sondern für die gesamte Partei. Immer wieder skandieren die anwesenden Abgeordneten "Regierung, Regierung". Sie wollen den Machtwechsel und das Ende der Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan.











