»Psychologische, emotionale, politische und ethische Tiefe«? Laut der Altphilologin Emily Wilson Fehlanzeige. Dabei ließ sich Christopher Nolan bei seiner »Odyssee« doch gerade von ihrer Übersetzung inspirieren.
28.07.2026, 13.01 Uhr
Matt Damon in »Odyssee«: Große Knalleffekte, null Tiefe
»Ich würde mich dafür schämen, wenn ich davon auch nur einen kleinen Teil geschrieben hätte.« Das Urteil der britischen Altphilologin Emily Wilson könnte nicht harscher sein. In einer Besprechung für die »London Review of Books« zerlegt sie das 250-Millonen-Dollar-Epos so lustvoll wie vernichtend.
Nun wird Christopher Nolans ambitionierte, technisch aufwendige Adaption von Homers Verswerk ja gerade allerorten von Wissenschaftlern für ihre angebliche historische Fehlerhaftigkeit angegriffen. Oft geht es da um die Frage, ob die alten Griechen tatsächlich in Booten unterwegs waren, die wie Wikingerschiffe gebaut waren. In Anbetracht dessen, dass es sich bei Homers Vorlage um Fantasydichtung und nicht um einen historischen Roman handelt, sind das allerdings zu vernachlässigende Wortmeldungen.
















