Zwanzig Jahre braucht Odysseus, um nach Ithaka zu kommen. Christopher Nolan braucht 173 Minuten, 250 Millionen Dollar und die halbe Traumfabrik – und kommt trotzdem nie an.Das ist, in einem Satz, mein Problem mit „Die Odyssee“. Aber der Reihe nach.
Erst einmal: Wow
Der Film beginnt mit einem Bild, das sich festsetzt: das hölzerne Pferd halb im Sand, dahinter das brennende Troja. Nolan meint es ernst. Nolan meint es immer ernst. Das ist seine größte Stärke und, wir kommen noch dazu, sein ganzes Problem.Erst mal aber muss man neidlos anerkennen, was hier auf der Leinwand passiert. Odysseus´ Schiff ist ein echtes, hochseetaugliches Holzschiff mit Eichenrumpf, das sich durchs echte Mittelmeer kämpft – gedreht ohne Greenscreen, von Marokko bis Griechenland. Andere Regisseure rendern Wellen. Nolan kauft sich ein Wikingerschiff.
Als Odysseus' Hauptschiff diente die „Draken Harald Hårfagre“ – ein nach traditioneller Wikinger-Bauweise gefertigtes Segelschiff. Teile der echten Crew standen mit vor der Kamera.
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