Erst am nächsten Morgen hat unsere Autorin von dem Anschlag auf den Berliner CSD gehört. Den Tag über suchte sie zu Hause mit ihrer Freundin Trost.

Illustration:

Donata Kindesperk

D ie Guten sind unsterblich. So unsterblich, dass sie jahrhundertelang, vielleicht sogar jahrtausendelang Menschenleben retten können. Zumindest ist das so in dem Film, den wir uns am Sonntagnachmittag auf der Couch anschauen, eingekuschelt unter Decken, mit einer Wärmflasche, als wäre es schon Herbst.

Wir sind verkatert, weil wir am Samstagabend meinen Geburtstag gefeiert haben. Vor allem aber sind wir traurig und schockiert. Auch wir sind mit der Nachricht vom Anschlag auf dem CSD aufgewacht – beziehungsweise zunächst mit Whatsapp-Nachrichten von Freund*innen, die schrieben: „Ich habe die News aus Berlin gesehen. Wie geht es euch?“