Pascal Stähli steht lange vor den Blumen am Brandenburger Tor. Manchmal geht er ein paar Schritte weiter, hält dann wieder inne. Immer wieder seufzt er und sackt in sich zusammen.

„Einfach, um Zusammenhalt und Akzeptanz zu zeigen“, deswegen ist der 18-Jährige hier. Stähli gehört zu denen, die heute bewusst gekommen sind. Er hat ein kleines Geschenk mitgebracht und kauft bei einer Frau auf dem Pariser Platz eine Blume, die er zu den anderen legt. „Ich habe gleich die Gelegenheit genutzt, hierherzukommen.“

Viele stehen minutenlang, ohne sich zu bewegen

Vor dem Brandenburger Tor, wo an normalen Tagen Hunderte Touristen Selfies machen, herrscht eine seltsame Stimmung. Denn heute ist kein normaler Tag. Ja, da sind natürlich die Touristen, die Urlauber, doch die meisten werden still, lassen das Handy sinken, wenn sie zur Mitte des Platzes kommen und die Blumen sehen.

Das Blumenmeer – es ist ein großes Herz in der Mitte des Pariser Platzes. Kerzen, Stofftiere, Schilder in verschiedenen Sprachen. Der Alltag und die Betroffenheit stoßen hier aufeinander. Da, wo sonst der Höhepunkt einer Sightseeingtour stattfindet, ist heute ein Ort des In-sich-Gehens, des Nachdenkens. Viele Menschen stehen minutenlang, ohne sich zu bewegen.