Vom Anschlag auf den CSD in Berlin hat unsere Kolumnistin erst erfahren, als die ersten Fragen kamen, ob sie okay sei. Über die schwierige Zeit danach.

Ob öffentlich oder ganz privat: Die Trauer über den Anschlag findet ihren Weg

Daniel Wagner/dpa

A ls ich vergangenen Sonntag aufwache, dreht sich mir der Magen um. Ich habe mehrere verpasste Anrufe wegen des CSD. Am Samstag war ich so früh schlafen gegangen, dass ich noch nichts mitbekommen habe. „Bist du in Ordnung?“ „Sind du und deine Liebsten in Ordnung?“ Nachricht über Nachricht. Erst dann lese ich, was passiert ist. Der Anschlag auf den CSD, der passiert ist, lässt die Community um mich herum gefrieren.

Am Vormittag quäle ich mich in den Tag. Schon eine Weile übernimmt jene Hoffnungslosigkeit meinen Körper, gegen die ich mich so lange gewehrt habe. Erschöpfend ist das, auch wenn mir meine queeren Geschwister stets Halt geben. Die Einsamkeit, die ein Leben voll Lohnarbeit und Schreiben und Ausbildung und so weiter mit sich bringt, sorgt dafür, dass ich viel Zeit mit mir selbst verbringe.