Der Beton kehrt an den Ort zurück, an dem die Geschichte Neu-Hohenschönhausens begann. In der Barther Straße in Hohenschönhausen ragen inzwischen zwei Baukräne über die Wohnblöcke. Wo lange Rasenflächen, Bäume und Wege das Bild bestimmten, entstehen Fundamente und erste Geschossdecken.

Die landeseigene Howoge errichtet hier drei achtgeschossige Häuser mit insgesamt 177 Mietwohnungen – mitten in einem fast vollständig von Plattenbauten umschlossenen Innenhof. Die Fertigstellung ist für Ende 2027 vorgesehen. Doch der Weg dorthin war lang: Zwischen dem ersten Antrag und dem sichtbaren Baustart liegen fast neun Jahre erbitterter Streit. Es geht um eine Frage, die inzwischen ganz Berlin bewegt – wie viel Grün darf für neue Wohnungen verschwinden?

Einer der geschichtsträchtigsten Orte des Berliner Ostens

Dieser Innenhof ist nicht irgendeine Baulücke. Er gehört zu einem der geschichtsträchtigsten Orte des Berliner Ostens. Am 9. Februar 1984 legte SED-Chef Erich Honecker an der Barther Straße 3 persönlich den Grundstein für das Neubaugebiet.

Bis 1989 entstanden mehr als 29.000 Wohnungen. Eine Gedenktafel am Haus erinnert bis heute daran – die ursprüngliche Inschrift hob Honeckers Rolle hervor, wurde nach der Wiedervereinigung entfernt und 2004 durch eine nüchternere Tafel ersetzt.