In Marzahn hat ein Wohnprojekt begonnen, das mit dem normalen Wohnungsmarkt wenig zu tun hat. An der Allee der Kosmonauten 129 wurde am Mittwoch der Grundstein für zwei Häuser gelegt. Entstehen sollen dort rund 180 Wohnungen, fertig voraussichtlich Anfang 2028.Bauherrin ist die landeseigene berlinovo, gebaut wird von den Projektentwicklern Ten Brinke und CRX Real Estate. Vermietet wird später ausschließlich an Beschäftigte des Landes Berlin, vor allem an Auszubildende, dual Studierende und Berufseinsteiger im öffentlichen Dienst.Geplant sind 1,5- bis 3-Zimmer-Wohnungen in zwei Gebäuden mit je sieben Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss. 105 der Wohnungen sollen sozial gefördert sein, rund 58 Prozent. Das ist etwas mehr, als die Bauherren in ihrer Mitteilung mit „rund 50 Prozent“ angeben.Für Autos sind 43 Außenstellplätze vorgesehen, für Fahrräder 384. Gewerbeflächen plant der Bauherr nicht.

Warum das Land selbst zum Bauherrn wird

Hinter dem Projekt steht das Senatsprogramm „Beschäftigtenwohnen“, mit dem Berlin Personal für den öffentlichen Dienst halten und anwerben will. Erst am Dienstag hat der schwarz-rote Senat beschlossen, das 2024 gestartete Programm auszuweiten: Bis 2031 sollen rund 3000 solcher Wohnungen entstehen.Innensenatorin Iris Spranger (SPD) verweist auf die Lage der jungen Bewerber. „Gerade junge Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger sind in besonderem Maße von der Wohnungsknappheit in Berlin betroffen“, sagte sie zur Grundsteinlegung.Der Bedarf ist groß. Nach Prognosen des Senats verlassen bis Ende 2031 rund 40.000 Menschen den Landesdienst. Gegen diese Zahl wirken 180 Wohnungen an einer Marzahner Ausfallstraße überschaubar. Wer am Ende einziehen darf, soll künftig ein gemeinsames Punktesystem der landeseigenen Gesellschaften regeln.