Auf einer Gedenkveranstaltung am Sonntagabend in Bremen stehen die Verfehlungen der Regierung im Zentrum. So müssen Schmerzen nicht gefühlt werden.
E in Mensch ist tot. Andere sind verletzt, an Körper und/oder Seele, weil sie dabei waren, als ein mutmaßlich islamistischer Attentäter am Samstagabend im Berliner Tiergarten in eine Menschenmenge fuhr.
Noch sehr viel mehr Menschen haben jetzt vermutlich ein verletztes Sicherheitsgefühl, weil der Anschlag auf den Berliner CSD auch ihnen galt: allen, die nicht ins Raster von einander begehrenden „Frauen“ und „Männern“ passen. Um mit ihnen Solidarität zu zeigen, gehe ich am Sonntagabend zur ad hoc organisierten Mahnwache vor dem Bremer Theater.
Ich möchte mit anderen das Signal senden: Wir stehen für eine offene Gesellschaft, in der Individuen sich frei entfalten können – so wie es im Grundgesetz festgeschrieben ist.
In erster Linie aber, glaube ich, bin ich da, weil ich einen Ort suche, um begreifen zu können, was passiert ist. Doch auf dem Goetheplatz, auf den um 19 Uhr laut Polizei bis zu 550 Personen gekommen sind, gibt es keinen Raum für ein Innehalten. Keine 24 Stunden nach der Gewalttat ist für die hier Versammelten schon alles klar: Sie ist Ausdruck einer zunehmenden Queerfeindlichkeit der ganzen Gesellschaft.













