Die Bekämpfung der riesigen Waldbrände in Frankreich und Spanien ist auch eine europäische Angelegenheit. Beide Länder haben den Katastrophenschutzmechanismus der Europäischen Union aktiviert und andere Mitgliedstaaten sowie Partnerländer um Hilfe gebeten. Eine zentrale Rolle spielen dabei Löschflugzeuge und Hubschrauber, die von der EU-Kommission unter Vertrag genommen wurden. In der Brüsseler Koordinierungsstelle für Notfallmaßnahmen laufen die Fäden zusammen. Dort werden die Feuer mit dem EU-Satellitensystem Copernicus überwacht und wird die Hilfe abgestimmt.Für Frankreich wurden bisher sieben Löschflugzeuge und vier Hubschrauber aus dem Ausland mobilisiert, wie die Kommission am Montag mitteilte. Darunter sind zwei Hubschrauber aus Deutschland, die in Kürze im Katastrophengebiet bei Bordeaux eintreffen sollten. Die weiteren Flugzeuge und Hubschrauber kommen aus Kroatien, Portugal, Schweden, der Slowakei, der Tschechischen Republik und der Türkei. Bis auf die beiden türkischen Flugzeuge gehören alle anderen Ressourcen zur RescEU-Flotte. Sie wurden von der EU-Kommission für die Waldbrandsaison unter Vertrag genommen.Ähnlich ist das Bild in Spanien. Dort sind seit Samstag jeweils zwei Amphibienflugzeuge des Typs Canadair aus Griechenland und Italien im Einsatz, die zur EU-Flotte gehören. Die Türkei hat zudem zwei Löschflugzeuge des Typs Air Tractor zugesagt, was in Brüssel sehr gelobt wird. Außerdem sind rund um Madrid drei Waldbrandbekämpfungsteams mit 134 Einsatzkräften und 41 Fahrzeugen aus Portugal tätig.Bis 2030 eine eigene EU-FlotteInsgesamt umfasst die RescEU-Flotte in dieser Saison 22 Flugzeuge und fünf Hubschrauber. Verlegt werden sie abhängig von der Nachfrage und den Einsatzmöglichkeiten, wie ein Beamter am Montag erläuterte. Bei konkurrierenden Anfragen gebe die größte Wirksamkeit den Ausschlag. EU-Fachleute überwachen die Waldbrände in ganz Europa in Echtzeit aus dem All. Ein Computersystem errechnet aufgrund von Wetterdaten, wo die Waldbrandgefahr am höchsten ist. In der Brüsseler Einsatzzentrale, die nur ein paar Schritte vom Hauptquartier der EU-Kommission entfernt liegt, ist ein Team von 22 Fachleuten im Einsatz. Erstmals gehören in diesem Jahr dazu auch Experten, die auf die Verhaltensanalyse von Waldbränden spezialisiert sind.Für die Zukunft baut die EU-Kommission eine Flotte mit zwölf Löschflugzeugen und fünf Hubschraubern auf, die sie selbst erwirbt, statt sie nur zu mieten. Ein erster Hubschrauber wurde ausgeliefert, von 2030 an soll diese permanente Flotte vollständig zur Verfügung stehen. Allerdings wies ein Beamter am Montag darauf hin, dass die Mitgliedstaaten weit mehr für die Prävention tun müssten. „Andernfalls wird es künftig unmöglich sein, zu reagieren, selbst wenn wir hundertmal so viele Flugzeuge hätten“, sagte er. Denn die Waldbrandsaison beginne klimabedingt immer früher, und die Schäden nähmen von Jahr zu Jahr zu.Mehr Vorsorge treffenEine Sprecherin der Kommission beschrieb den politischen Ansatz so: „Für uns hat es oberste Priorität, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Waldbränden zu einem festen, dauerhaften Bestandteil unserer zukünftigen Planung und Investitionen zu machen.“ So seien im Vorschlag der Kommission für den mehrjährigen Finanzrahmen von 2028 bis 2024 35 Prozent aller Mittel für Umweltziele vorgesehen, darunter die Klimaresilienz.Die Kommission will den Mitgliedstaaten Empfehlungen zum integrierten Risikomanagement bei Waldbränden geben. Zum Beispiel könnten Mischwälder gefördert und Unterholz sowie Totholz reduziert werden, um dem Wald Brennstoff zu entziehen. Breite Schneisen wirken als Brandschutzstreifen. Baumarten, die Trockenheit besser vertragen, vermindern das Brandrisiko.Ein Beamter wies darauf hin, dass auch die Verfügbarkeit von Benzin für die Löschflugzeuge verbessert werden müsse. Derzeit stehe das Notfallsystem wegen der parallelen Großbrände zwar unter großem Druck, aber „es ist nicht kollabiert“, sagte er.
Waldbrände: Wie die EU Frankreich und Spanien hilft
Die Kommission hat Spezialflugzeuge und Hubschrauber in die Katastrophengebiete entsandt. Sie mahnt: Die Prävention muss verbessert werden.











