Europa brennt, die EU pennt? Die gewaltigen Waldbrände, die Frankreich und Spanien seit Tagen heimsuchen, bringen die Europäische Kommission in Erklärungsnot. Der Katastrophenschutz sei eine nationale Kompetenz, betonte eine Sprecherin der EU-Behörde am Montag in Brüssel. Die EU kümmere sich vor allem darum, die Hilfe zu koordinieren.

Mit einigem Erfolg: Die Europäer haben den betroffenen Ländern bereits 13 Canadair-Löschflugzeuge, vier Hubschrauber sowie 41 Fahrzeuge und rund 130 Einsatzkräfte zur Verfügung gestellt. Auch die für den Zivilschutz zuständige EU-Kommissarin Hadja Lahbib sei im Dauereinsatz, unterstrich die Sprecherin.

Hilfe mit Grenzen

Vor Ort in Bordeaux oder Madrid wurde die Belgierin allerdings noch nicht gesehen. Andernfalls hätte sich Lahbib wohl scharfe Kritik anhören müssen. Denn die Hilfsangebote, die Brüssel über den Katastrophenschutz-Mechanismus mit den 27 EU-Staaten und zehn Drittstaaten wie der Türkei organisiert, reichen bei weitem nicht aus.

Die EU-Kommission plant daher den Aufbau einer eigenen, permanenten Brandbekämpfungsflotte. 600 Millionen Euro wurden schon 2024 für den Erwerb von 12 neuen Canadair-Löschflugzeugen freigegeben – doch die Maschinen lassen auf sich warten. Sie werden erst 2027 an die so genannte RescEU-Bereitschaft ausgeliefert – wenn alles gut geht.