Das Gesicht, das jeder sehen sollte, blieb ausgerechnet dort unsichtbar, wo es sich am schnellsten verbreitet hätte.
Nach dem tödlichen Anschlag auf den Berliner Christopher Street Day suchte die Polizei mit Hochdruck nach Abdul Ballout. Der 21-Jährige galt als bewaffnet und gefährlich. Auf der Plattform X bat die Behörde die Bevölkerung sogar darum, ihren Fahndungsaufruf zu teilen. Doch das Wichtigste fehlte: das Foto des Gesuchten.
Wer Ballout erkennen wollte, musste erst einen Link anklicken und die Internetseite der Polizei öffnen. Die erstaunliche Begründung der Behörde: „Aus datenschutzrechtlichen Gründen können wir dies nicht direkt auf Social Media teilen.“
Ein Klick – während ein Terrorist durch Berlin flüchtete
Ballout wurde schließlich weniger als einen Tag nach dem Anschlag in einer Spandauer Gartenkolonie aufgespürt. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft griff er die Einsatzkräfte mit einer Stichwaffe an und wurde erschossen. Die Fahndung war erfolgreich. Trotzdem bleibt die Frage: Wie viel Datenschutz kann sich der Staat leisten, wenn jede Minute zählt? Denn: Das Foto war öffentlich – aber nicht im entscheidenden Moment sichtbar.












