Am 25. Juli 2026 soll der 21-jährige Abdul Ballout mit einem Transporter in eine Menschenmenge am Rande des Berliner Christopher Street Days im Tiergarten gefahren sein. Eine Frau starb, 29 Menschen wurden verletzt. Die Ermittler gehen von einem mutmaßlich islamistisch motivierten Terroranschlag aus. Einen Tag nach der Tat wurde der Tatverdächtige bei einem Polizeieinsatz erschossen.
Zwei Tage nach dem Anschlag hat die Bundesarbeitsgemeinschaft religiös begründeter Extremismus (BAG RelEx) ein Pressestatement veröffentlicht – und darin eine Frage gestellt, die über Trauer und Empörung hinausgeht: Warum war Abdul B., der als Gefährder bekannt und bereits verurteilt war, zum Zeitpunkt der Tat auf freiem Fuß?
Prävention allein reicht nicht
BAG-RelEx-Geschäftsführerin Jamuna Oehlmann formuliert die Haltung ihres Verbandes direkt: „Strafverfolgung wehrt die akute Gefahr ab, Prävention setzt dort an, wo das Gesetz nicht greifen kann – bei den Ursachen. Wer nur auf Abschottung setzt, bekämpft die Symptome, nicht die Wurzeln.“
Wenn Radikalisierung erst dann sichtbar wird, wenn jemand zum Gefährder erklärt ist, hat das System zu spät reagiert. Die Mitgliedsorganisationen der BAG RelEx arbeiten früher – in der Ausstiegsbegleitung, in der Beratung von Angehörigen, in der Prävention im Netz. Genau diese Arbeit, so der Verband, brauche langfristige und verlässliche Finanzierung. Beides sei in Deutschland strukturell nicht gesichert.










