Am 25. Juli fuhr Abdul Ballout, 21 Jahre alt, mit einem Fahrzeug in die feiernde Menge am Ahornsteig im Berliner Tiergarten. Ballout, ein deutscher Islamist mit libanesischen Wurzeln, wollte Menschen für seinen Glauben töten. Eine Frau starb, 31 Menschen wurden verletzt, sieben davon schwer. Es war ein islamistisch motivierter Terrorakt, mitten in Berlin, mitten in eine feiernde Menge, die für Freiheit und Würde auf die Straße gegangen war.

Hochsicherheitsknast unter freiem Himmel

Vier Wochen später hat die Berliner Politik eine Antwort gefunden: Innensenatorin Iris Spranger schlägt vor, den Tiergarten dauerhaft mit festen baulichen Elementen zu sichern: massive Bänke, Infotafeln, Skulpturen, die Fahrzeuge am Eindringen hindern sollen. Also ganz ähnlich wie am West-Berliner Breitscheidplatz, wo der islamistische Attentäter Anis Amri im Dezember 2016 13 Menschen tötete. Heute sieht der Breitscheidplatz aus wie ein Hochsicherheitsknast unter freiem Himmel.

Sprangers Vorschlag ist indes nicht unvernünftig. Er entlastet die Polizei, die bislang bei jeder Großveranstaltung aufwendig mobile Sperren auf- und wieder abbauen muss. Das frisst, wie Spranger selbst sagt, enorme Kapazitäten. Aber genau genommen ist es eine Kapitulation vor der Tatsache, dass weitere Anschläge nicht verhindert werden können, solange man islamistische Gefährder wie Abdul Ballout nicht im Vorfeld daran hindert, zur Tat zu schreiten.