Vier Wochen nach dem Anschlag auf den Berliner CSD, bei dem der 21-jährige Abdul Ballout eine Frau tötete und 31 weitere Menschen zum Teil schwer verletzte, hat Berlins Innensenatorin Iris Spranger vorgeschlagen, den Tiergarten dauerhaft baulich abzusichern.Im Berliner Innenausschuss schlug die SPD-Senatorin am Montag vor, einen festen sogenannten Überfahrschutz aufzustellen, um das 210 Hektar große Parkgelände rund um die Straße des 17. Juni abzusichern.Sie sprach nicht von einem Zaun, sondern von festen Bauwerken, etwa soliden Bänken, Infotafeln oder Skulpturen, die verhindern sollen, dass Attentäter mit Fahrzeugen im Tiergarten Anschläge verüben können.

Auf der Straße des 17. Juni fänden „laufend Veranstaltungen statt“, die so gesichert werden könnten, sagte Spranger. Das würde auch zu einer Entlastung der Polizei führen, die derzeit ständig Zäune im Bereich des Tiergartens aufstellen und wieder abbauen müsse. „Das frisst Kapazitäten.“Bei der Sitzung des Innenausschusses wurden weitere Einzelheiten zu dem Attentäter und zu anderen islamistischen Gefährdern erörtert. So stimmte ein Gericht am 1. August zu, im Vorfeld des Hamburger CSD vier islamistischen Gefährdern aus Berlin – drei Männern und einer Frau – eine elektronische Fußfessel anzulegen. Damit können die Sicherheitsbehörden den Standort dieser Personen jederzeit feststellen.„Eine hundertprozentige Sicherheit wird es aber nie geben“, betonte Spranger. Denn es gebe keine festgelegte Verbotszone und auch keine festgelegte zu schützende Person, der sich islamistische Gefährder nicht nähern dürften. Anders sei das etwa in Fällen häuslicher Gewalt.