Der Angriff auf unsere offene Gesellschaft kam diesmal von einem Islamisten. Es hätten auch Extremisten aus dem gegensätzlichen Lager sein können.
Trauerkundgebung nach dem tödlichen Angriff auf den CSD in Berlin
Maryam Majd/reuters
E s ist unfassbar. Um 23:18 Uhr erhielt ich die erste von unzähligen Nachrichten, meine beste Freundin aus Sachsen-Anhalt schrieb: „Ich hoffe, euch geht’s gut.“ Ich saß zu diesem Zeitpunkt bereits mit meiner Partnerin bei der offiziellen FLINTA*-Party in Prenzlauer Berg. Nur eine Stunde vor der Tat befanden wir uns selbst am Ort des Geschehens. Und nun steht mein Handy nicht mehr still – Freundinnen aus Sachsen-Anhalt, Kolleginnen aus Sachsen, Bekannte aus Berlin: Sie alle wollen wissen, ob es uns gut geht. Körperlich bin ich unversehrt – aber zutiefst schockiert.
Im Jahr 2015 hatte ich mit Sorge erst den Anschlag auf Charlie Hebdo und dann die Pariser Terroranschläge im November aus der Ferne beobachtet. Damals war ich gerade aus der französischen Metropole zurück nach Berlin gezogen – und war diejenige, die sich fragte, wie es wohl meinen alten Bekannten vor Ort ging. Auch der Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt 2024, eine Stadt, in der ich einst studiert und viele Jahre gelebt hatte, erlebte ich aus der Ferne. 2019 folgte der antisemitische Anschlag von Halle und schließlich die rassistischen Morde von Hanau (2020) mit neun Toten.











