Friedrich Merz stand am Freitag im Garten des Kanzleramtes und sagte, seine Regierung wolle „mit größtem Elan“ und „Freude“ arbeiten. Am Ende rief er: „Auf geht’s!“ – und verließ im Eilschritt die Szene, zusammen mit gleich drei designierten Ministern: Nina Warken für das Kanzleramt, Carsten Linnemann für Gesundheit und Philipp Amthor als Staatsminister für die Bund-Länder-Koordinierung. Weitere Änderungen sind angekündigt, sie sollen bis zum Beginn des Kanzlerurlaubs am Mittwochnachmittag bekannt werden.Bei alldem ist Merz sichtlich guter Stimmung. Schon vergangenes Wochenende saß er fröhlich im ZDF-Sommerinterview. Hinter ihm fuhren malerisch die Segelboote über den Hennesee. Merz erzählte, dass er nach Jens Spahns Rücktritt vielleicht das Kabinett verändern wolle, und kam aus dem Lächeln gar nicht mehr heraus. Die Moderatorin stellte fest: „Sie sehen gut gelaunt aus dabei!“Da schrieb sich die Geschichte von selbst: der Kanzler und die glückliche Fügung. Jens Spahn war einer seiner gefährlichsten Konkurrenten. Nun ist er weg, und Merz darf tun, was er nach der Sommerpause sowieso vorhatte: die Bundesregierung nach seinem Gusto umgestalten.Jede Korrektur ist ein EingeständnisDie Bürger mögen das, wenn ein Kanzler durchregiert. Es vermittelt Schwung und zeigt Größe, wenn Korrekturen möglich sind. Aber jede Korrektur ist auch ein Eingeständnis: Was vorher an Selbstzufriedenheit geäußert wurde, stimmte offenbar nicht. Und jeder neue Minister braucht Monate, um sich einzuarbeiten. Die F.A.S. hat eine Woche lang mit führenden Politikern aus CDU und CSU gesprochen und kein Lächeln und keine Sommeridylle vorgefunden. Niemand will rebellieren, aber es gibt ein Grummeln. Das hat mehrere Gründe.Erstens: Der Umbau läuft nicht rund, Namen werden durchgestochen, Spekulationen beunruhigen. Der Kanzler hat offenbar Verkehrsminister Patrick Schnieder entlassen, ohne einen Nachfolger zu haben. In der Hauptstadt kursiert eine Abschieds-SMS Schnieders. Der geplante Nachfolger Fritz Güntzler, ein Finanzpolitiker aus Niedersachsen, sagte Merz nach F.A.Z.-Informationen aber erst zu und dann wieder ab.