Der Kabinettsumbau von Kanzler Friedrich Merz droht zum Debakel zu geraten. Die geplante Entlassung von Verkehrsminister Patrick glückt nicht, Nachfolger Güntzler sagt ab. Auch die Besetzung des Gesundheitsressorts sorgt für Kritik.Der Personalumbau von Merz wird zur dramatischen Hängepartie. Die politische Zukunft des Verkehrsministers ist offen, der neue Gesundheitsminister nicht vom Fach. Der sagt aber, er traue sich die neue Aufgabe zu. Mehr im Liveticker.Bundeskanzler Friedrich Merz nutzt den Rücktritt von Jens Spahn vom Unions-Fraktionsvorsitz als Anlass, die Bundesregierung und die CDU-Spitze neu aufzustellen. Doch die Personalrochade verläuft nicht ohne Pannen.Alle Entwicklungen zur Bundespolitik im Liveticker:13:57 Uhr – Samstag, 25. JuliLinnemann: „Ich traue mir das zu“Carsten Linnemann traut sich nach eigenen Worten die neue Aufgabe als Gesundheitsminister zu – trotz früher geäußerter Zweifel an der eigenen Eignung. „Ich habe großen Respekt vor der neuen Aufgabe, ist doch klar“, sagte der CDU-Politiker der „Bild“. „Ich weiß, dass ich mich noch tiefer werde einarbeiten müssen. Aber ich traue mir das zu.“Hintergrund sind Äußerungen von Linnemann in einem Interview des Senders Phoenix im Mai 2025. Damals hatte der Volkswirt gesagt, es sei nicht „sein Ding“, Minister zu sein, nur damit das irgendwo in Wikipedia stehe. Jetzt sagte Linnemann der Zeitung: „Wenn die Uhr auf die Zeit kurz nach der Bundestagswahl zurückgedreht würde, würde ich wieder so antworten. Die Ausgangslage war damals eine andere.“ Im Wahlkampf habe er für die Abschaffung des Bürgergelds geworben. Dieses Versprechen habe er unbedingt einlösen wollen. In seiner Doppelfunktion als CDU-Generalsekretär und als Fraktionsvize für Arbeit und Soziales habe er bei dem Thema mitreden können. Inzwischen sei die neue Grundsicherung eingeführt.02:06 Uhr – Samstag, 25. JuliVerfassungsrechtler äußert Bedenken wegen VereidigungDer ehemalige Chefjurist im Bundespräsidialamt, Stefan Pieper, hat verfassungsrechtliche Bedenken am geplanten Ablauf der angekündigten Kabinettsumbildung geäußert. „Der saubere Weg wäre, dass die Amts- und Geschäftsübernahme erst dann erfolgt, wenn auch die Vereidigung stattgefunden hat“, sagte Pieper der „Rheinischen Post“ (Samstagsausgabe). „Die Amtsgeschäfte ohne Vereidigung zu übernehmen, wäre verfassungsrechtlich unsauber“, fügte er hinzu.Der „einwandfreie“ Weg wäre, eine Sondersitzung des Bundestags anzusetzen, erklärte Pieper. Aus der CDU hieß es zuletzt, man wolle eine kostspielige Sondersitzung in der Sommerpause eigentlich vermeiden. Dass ein Minister ernannt wurde und seine Vereidigung im Bundestag wegen der parlamentarischen Sommerpause nicht stattfinden konnte, „gab es meiner Erinnerung nach noch nicht“, sagte Pieper der „Rheinischen Post“. Gleichwohl seien Amtsgeschäfte, die ein nicht vereidigter Amtsinhaber vornimmt, „nach überwiegender Ansicht rechtsgültig“, sagte er.01:06 Uhr – Samstag, 25. JuliSozialverbände stellen erste Forderungen an LinnemannSozialverbände haben erste Forderungen an den designierten Gesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) formuliert. „Erster Akt muss sein, die Gesundheitsreform zu überdenken, die vor allem erhebliche Leistungskürzungen und Mehrbelastungen für die Versicherte vorsieht“, sagte die Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Und auch die anstehende Pflegereform muss endlich kommen, darf aber keine ‚Sparreform’ werden.“Sie fügte hinzu: „Carsten Linnemann muss sich nun auch an seinen Versprechen vor der Wahl messen lassen, so etwa die Sozialbeiträge auf 40 Prozent zu kürzen.“ Dies wäre möglich, wenn der Bund die versicherungsfremden Leistungen wie die Gesundheitskosten für Grundsicherungsempfänger übernehme und aus Steuern finanziere. Auch die Präsidentin des Sozialverbands VdK, Verena Bentele, sagte mit Blick darauf dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND): „Carsten Linnemann muss sich im Kabinett auch unbeliebt machen.“ Idealerweise setze er durch, dass gesamtgesellschaftliche Aufgaben in der Kranken- wie in der Pflegeversicherung von allen Steuerzahlenden getragen werden, nicht allein von den Beitragszahlenden.20:39 Uhr – Freitag, 24. JuliAltmaier ist wütend über Umgang mit SchniederEx-Minister Peter Altmaier (CDU) hat sich erneut zur Personalpolitik des Kanzlers geäußert. Patrick Schnieder sei „ein erfahrener Fachmann, harter Arbeiter und großartiger Mensch“. Deswegen mache ihn der Umgang mit ihm „betroffen und wütend“. Das sei „weder seiner Person noch seiner Leistung gerecht“.20:11 Uhr – Freitag, 24. JuliCarsten Linnemann hat „Höllenrespekt“ vor neuer AufgabeDer designierte Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) hat sich in einem Video auf Instagram zu seiner neuen Aufgabe geäußert. Aufgenommen im Konrad-Adenauer-Haus, erklärte Linnemann darin, er werde seinen Job dort als CDU-Generalsekretär „vermissen“. Er habe ihn „gerne gemacht“. Manchmal komme es aber eben anders. „Gestern hat mich der Bundeskanzler angerufen und gesagt: Mensch, du musst jetzt was anderes machen.“ Linnemann gestand dabei ein, nicht vom Fach zu sein. Man solle ihm „ein bisschen Zeit geben“, denn er müsse „hier und da einfach noch tiefer einsteigen“. Er habe daher „einen Höllenrespekt vor dieser Aufgabe“. Gleichzeitig glaube er, es müsse noch einiges passieren damit Deutschland „ein gerechtes, leistungsfähiges, zukunftsfähiges Gesundheitssystem“ bekomme. Er nehme diese Aufgabe an. Konkrete Maßnahmen erwähnte Linnemann nicht.19:37 Uhr – Freitag, 24. JuliHubert Aiwanger nennt Entlassung von Schnieder einen „schlechten Witz“Der bayerische Vize-Ministerpräsident und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler), hat Bundeskanzler Friedrich Merz für die anstehende Entlassung von Patrick Schnieder kritisiert. Er habe Schnieder als „vernünftigen, zugänglichen Minister kennengelernt“, schrieb er auf X. „Ihn entlassen zu wollen, weil er den Zustand der Bahn, die seit 50 Jahren heruntergewirtschaftet wird, nicht innerhalb weniger Monate mit dem Zauberstab verbessert, ist ein schlechter Witz.“ Aiwanger fügte in Richtung von Merz hinzu: „Sie haben schwierigere Fälle an Bord.“19:28 Uhr – Freitag, 24. JuliThorsten Frei spricht von „Pech“ beim KabinettsumbauDer designierte Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) führt die Probleme von Kanzler Friedrich Merz (CDU) bei der Umbildung seiner Regierungsmannschaft auf Pech zurück. „Es gibt auch in der Spitzenpolitik das Problem, dass man Pech haben kann“, sagte Frei bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Stuttgart.Aus Sicht von Frei war die Hängepartie um den Posten des Verkehrsministers nicht vermeidbar. „So wie das jetzt gelaufen ist, das kann man ehrlicherweise nicht ausschließen. Das kann passieren“, sagte Frei.19:02 Uhr – Freitag, 24. JuliThorsten Frei freut sich auf sein neues AmtDer designierte Unionsfraktionschef Thorsten Frei freut sich darauf, in seinem neuen Amt weniger Zeit mit Aktenstudium zu verbringen. „Für mich war Politik immer das Arbeiten mit Menschen, und nicht nur am Schreibtisch zu sitzen“, sagte der CDU-Politiker bei einer Veranstaltung der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Stuttgart.Bislang ist Frei Chef des Bundeskanzleramts und unter anderem für die Koordinierung innerhalb der Regierung zuständig. „Sie haben von morgens bis abends mit Akten zu tun“, sagte Frei über seinen Job. In dieser Position sei er in den vergangenen Monaten nicht dazu gekommen, Dinge zu tun, die er gerne mache. Er sei etwa ein leidenschaftlicher Debattenredner. Das habe er seit eineinhalb Jahren nicht mehr machen können. „Deswegen freue ich mich auch, wenn ich denn gewählt werde am kommenden Mittwoch, auf das, was kommt.“Thorsten Frei (CDU)Quelle: Bernd Weißbrod/dpa18:25 Uhr – Freitag, 24. JuliRicarda Lang spottet über Linnemann-VideoDie Grünen-Politikerin Ricarda Lang hat mit einem spöttischen Kommentar auf die Berufung von Carsten Linnemann zum Bundesgesundheitsminister reagiert. Unter einem Beitrag des Bundeskanzlers zum Kabinettsumbau auf X kommentierte sie: „Warum wird der Gesundheitsminister? Was hat der damit zu tun?“ Die beiden Fragen sind direkte Zitate Linnemanns aus dem vergangenen Jahr – mit denen er eine Berufung zum Gesundheitsminister aufgrund mangelnder Fachkenntnisse abgelehnt hatte.18:11 Uhr – Freitag, 24. JuliWolfgang Kubicki: „Friedrich Merz kann es nicht“FDP-Chef Wolfgang Kubicki hat mit Kritik am Bundeskanzler nachgelegt. Das Chaos um den Kabinettsumbau zeige erneut „der Bundeskanzler kann es nicht“, sagte er im Interview mit WELT TV. Merz sei „so dilettantisch und unprofessionell wie immer“ und „mehr Chaos“ gehe nicht. Kubicki kritisierte Carsten Linnemanns Wechsel ins Gesundheitsministerium. Durch die Einschränkung auf ein Ressort verliere die deutsche Wirtschaft „einen Ansprechpartner“ in der Union. Davon gebe es nicht mehr viele. Zwar traue er Linnemann zu, „sich mit allem und jedem“ anzulegen, aber am Ende müssten daraus Gesetze werden.Mit Blick auf Linnemann und Nina Warken sagte Kubicki: „Wir müssen allen Beteiligten eine Chance geben. Aber meine Erwartungen sind gedämpft.“Nach der teils missglückten Kabinettsumbildung geht FDP-Chef Wolfgang Kubicki mit Kanzler Merz hart ins Gericht: „Dilettantisch und unprofessionell wie immer. Mehr Chaos gibt es wirklich nicht.“17:46 Uhr – Freitag, 24. JuliNiedersachsen-CDU will nicht wieder leer ausgehenIm niedersächsischen Landesverband der CDU hat die Absage von Fritz Güntzler für den Posten des Verkehrsministers „Verwunderung und Verstimmung“ ausgelöst. Das berichtet das Politikportal „Rundblick“. Der Göttinger gehört dem Landesverband an, der schon bei der Regierungsbildung 2025 leer ausgegangen war. Die Berufung Güntzlers sei eine Chance für den Landesverband gewesen. Nun gebe es dort die „klare Erwartung“ vieler Christdemokraten, dass ein Niedersachse ins Kabinett aufrückt. Infrage käme beispielsweise der Bundestagsabgeordnete Mathias Middelberg, Vorsitzender der Landesgruppe Niedersachsen in der Unionsfraktion.16:58 Uhr – Freitag, 24. JuliSchnieders CDU-Landesverband ist unzufrieden mit dessen AbberufungDer personelle Umbau der Bundesregierung löst wenig Begeisterung in der rheinland-pfälzischen CDU aus. Noch-Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder ist Mitglied des Landesverbands. Der Generalsekretär der CDU Rheinland-Pfalz, Johannes Steiniger, erklärte: „Die Entscheidung des Bundeskanzlers hat uns überrascht. Patrick Schnieder hat sein Amt mit hoher Kompetenz, Leidenschaft und Verantwortungsbewusstsein ausgeübt.“ Schnieder habe sich mit ganzer Kraft für eine moderne und leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur in Deutschland eingesetzt. Der 58-Jährige sei eine die Landespartei seit vielen Jahren prägende Persönlichkeit, die im gesamten Landesverband ein hohes Ansehen genieße. „Für seine Arbeit als Bundesverkehrsminister und seinen persönlichen Einsatz danken wir ihm ausdrücklich.“16:42 Uhr – Freitag, 24. JuliDarum lehnte CDU-Politiker Güntzler das Job-Angebot von Merz abCDU-Finanzpolitiker Fritz Güntzler hat laut einem dpa-Bericht aus fachlichen Gründen das Angebot von Merz abgelehnt, neuer Bundesverkehrsminister zu werden. Güntzler gab Merz gestern zunächst eine Zusage. Er habe sich das Ganze dann aber noch einmal überlegt und heute Morgen abgesagt, aus inhaltlichen Gründen, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Koalitionskreisen. „Ein Torwart sollte nicht Linksaußen spielen“, hieß es. Güntzler habe festgestellt, dass er nicht der richtige Spieler für den Posten sei. Der 60-Jährige ist finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Er hatte mit Verkehrspolitik bisher wenig zu tun. Güntzler ist Fußball-Fan und Kapitän des „FC Bundestag“. Lesen Sie hier die Rekonstruktion der gescheiterten Ablöse von Verkehrsminister Schnieder.Fritz Güntzler (CDU/CSU)Quelle: Elisa Schu/dpa16:14 Uhr – Freitag, 24. JuliLinnemann, 2025: „Wäre als Gesundheitsminister nicht erfolgreich gewesen“Den designierten neuen Gesundheitsminister Carsten Linnemann holt nun eine Aussage aus dem vergangenen Jahr ein. In den sozialen Medien kursiert ein Video vom Mai 2025, geteilt unter anderem von dem SPD-Mitglied und Politikberater Mattheus Berg. Darin erklärt Linnemann gegenüber dem Sender Phoenix, warum er damals nicht Teil des Kabinetts wurde: „Wenn Sie mich jetzt aufgestellt hätten, weiß ich nicht, als Gesundheitsminister, wäre ich wahrscheinlich nicht erfolgreich gewesen. Die Leute hätten gesagt, warum wird der Gesundheitsminister? Was hat der damit zu tun?“Linnemann wurden im vergangenen Jahr Ambitionen auf das Arbeitsministerium nachgesagt, das hatte jedoch die SPD erhalten. Der CDU-Generalsekretär hatte dann, wie aus dem Video ersichtlich wird, erklärt, Gesundheitsminister sei kein passender Job für ihn: „Schuster, bleib bei deinen Leisten.“15:46 Uhr – Freitag, 24. JuliSchnieder meldet sich mit einer Pressemitteilung zu WortBundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) macht offenbar weiter seinen Job. In einer Pressemitteilung vom Freitagnachmittag kündigt das Bundesverkehrsministerium einen weiteren Schritt zur Digitalisierung der Schieneninfrastruktur an: Die Veröffentlichung der Förderrichtlinie zur ERMTS-Ausrüstung. Das European Rail Traffic Management System ist der neue EU-weite Standard für Zugleitsysteme.Das Ministerium zitiert seinen Noch-Chef, die neue digitale Technik bringe für Bahnfahrer „einen erheblichen Mehrwert: Die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit werden dadurch deutlich verbessert.“ Zum Fahrplan der Kabinettsumbildung machte die Pressemitteilung keine Angaben.15:32 Uhr – Freitag, 24. JuliEx-Kanzleramtschef Peter Altmaier fordert von Merz schnell KlarheitPeter Altmaier (CDU) hat die bisherigen Personalentscheidungen von Kanzler Friedrich Merz gelobt. „Nina Warken als Chefin des Kanzleramts und Thorsten Frei als Fraktionschef sind sehr gute Personalentscheidungen“, schrieb er auf X. Das trete derzeit angesichts offener Personalfragen in den Hintergrund. Deswegen sollte der Kanzler „auch hier schnell für Klarheit“ sorgen.Altmaier war selbst mehrfacher Minister unter Bundeskanzlerin Angela Merkel, darunter von 2013 bis 2017 Chef des Bundeskanzleramts.15:15 Uhr – Freitag, 24. JuliGewerkschaften und Verbände begrüßen Abberufung von Patrick SchniederDer Fahrgastverband Pro Bahn hat die offenbar anstehende Abberufung von Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) begrüßt. „Schnieder sollte die Probleme insbesondere bei der Bahn beseitigen. Er hat nicht überzeugt“, sagte Verbandschef Detlef Neuß der „Rheinischen Post“. Stattdessen sei es bei der Bahn „schlimmer“ geworden.Die Lokführergewerkschaft GDL forderte einen Kurswechsel in der Verkehrspolitik. „Patrick Schnieder hat Fehler gemacht. Aber wer die Krise der Schiene auf eine einzelne Personalie reduziert, macht es sich zu einfach“, erklärte der GDL-Bundesvorsitzende Mario Reiß. Deutschland brauche „keine weiteren politischen Rochaden“ hieß es weiter. „Wer die Schiene nachhaltig stärken will, muss den Mut haben, die Infrastruktur konsequent in den Mittelpunkt aller Entscheidungen zu stellen.“Martin Burkert, Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), sagte: „Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Bis gestern hatten wir einen Verkehrsminister, der zwar erkennbar mit der Schiene gefremdelt hat, aber wenigstens hatten wir einen. Jetzt ist Patrick Schnieder noch formal im Amt, aber de facto schon entlassen.“Peter Westenberger, Geschäftsführer des Verbands Die Güterbahnen, sagte, Schnieder sei die Dauerkrise auf der Schiene zum Verhängnis geworden. „Die mühsam im Koalitionsvertrag verankerten Entflechtungsmaßnahmen wurden nur ungenügend umgesetzt. Schnieders Nachfolger oder Nachfolgerin wird die Schienenpolitik mit der nötigen Distanz zur Deutschen Bahn gestalten müssen, sonst droht das gleiche Schicksal.“14:33 Uhr – Freitag, 24. JuliSPD will weiter „verlässlich“ mit Union zusammenarbeitenSPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf sichert der Union eine verlässliche Zusammenarbeit auch nach der Kabinettsumbildung zu. „Wir als SPD stehen verlässlich in der Koalition bereit und freuen uns auf die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den neuen Kolleginnen und Kollegen in der Koalition und wünschen allen einen guten Start in ihren neuen Aufgabenbereichen“, hieß es in einer Mitteilung, aus der die dpa zitiert. Es ist die erste Reaktion aus der SPD-Parteizentrale seit Bekanntgabe der Kabinettsumbildung am Morgen.Klüssendorf ergänzte an die Adresse des scheidenden CDU-Generalsekretärs: „Meinem Kollegen Carsten Linnemann danke ich herzlich für unsere enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit und wünsche ihm für seine neue, anspruchsvolle Aufgabe viel Erfolg und ein glückliches Händchen.“13:33 Uhr – Freitag, 24. JuliStrack-Zimmermann: „Das ist keine Personalpolitik, das ist respektlos“Die FDP-Europaabgeordnete Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat den Bundeskanzler für seinen Umgang mit Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) kritisiert. Dieser mache sie „fassungslos“, schrieb sie auf X. Merz habe Schnieder die Entlassung mitgeteilt, ohne einen Nachfolger benennen zu können. Zurück bleibe ein Minister, „der öffentlich angezählt ist und weder ein noch aus weiß.“ Strack-Zimmermann fügte hinzu: „Das ist keine Personalpolitik, das ist schlicht respektlos.“Merz habe „weder Plan noch Strategie“. Sie hoffe dennoch, dass die Bundesregierung nach der Neuaufstellung „eine deutlich bessere Performance abliefern“ werde als bisher. „Die Latte (...) liegt niedrig genug.“13:20 Uhr – Freitag, 24. JuliExperten haben hohe Erwartungen an LinnemannDer bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann tritt sein neues Amt als Gesundheitsminister unter hohem Erwartungsdruck an. Bundesärztekammer-Präsident Klaus Reinhardt sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, Linnemann stehe „für die Modernisierung bestehender Strukturen“. Dieser Gestaltungswille sei auch im Gesundheitswesen nötig.Auch der Hausärztinnen- und Hausärzteverband wies darauf hin, dass sich der CDU-Politiker für Strukturreformen eingesetzt habe. Verbandschefin Nicola Buhlinger-Göpfarth betonte in den Funke-Zeitungen zugleich, er habe dabei immer die Bedeutung gesehen, die Bürgerinnen und Bürger auf diesem Weg mitzunehmen. „Genau diese Fähigkeiten werden für das Gelingen der anstehenden Reformen im Gesundheitswesen essenziell sein.“13:03 Uhr – Freitag, 24. JuliWie geht es nun weiter?Am Montag will CDU-Chef Merz nach dpa-Informationen bekanntgeben, wen er für das Amt des CDU-Generalsekretärs als Nachfolger von Carsten Linnemann vorschlagen wird. Eine Pressekonferenz ist für 12 Uhr im Konrad-Adenauer-Haus angesetzt. Am Mittwoch soll dann um 14.00 Uhr die CDU/CSU-Bundestagsfraktion zu einer Sondersitzung zusammentreten, um den bisherigen Kanzleramtschef Frei zum neuen Fraktionsvorsitzenden zu wählen. Davor tritt aber der Bundespräsident auf den Plan. Steinmeier muss Frei erst die Entlassungsurkunde überreichen, denn der Chef des Kanzleramts hat Ministerrang. Auch die bisherige Bundesgesundheitsministerin Warken bekommt ihre Entlassungsurkunde – um gleich anschließend ihre Ernennungsurkunde als neue Kanzleramtschefin überreicht zu bekommen. Die bekommt dann auch ihr Nachfolger im Gesundheitsressort, Carsten Linnemann.12:58 Uhr – Freitag, 24. JuliAfD-Chefin Weidel fordert NeuwahlenMit seiner Personalaufstellung habe Merz nur Chaos produziert, kritisiert AfD-Chefin Alice Weidel bei X. „Diese Selbstbeschäftigung wird den vielfältigen und selbst verursachten Problemen im Land nicht gerecht. Deutschland braucht Neuwahlen.“12:53 Uhr – Freitag, 24. JuliGrünen-Verkehrspolitiker: „Handwerklich katastrophal“Grünen-Verkehrspolitiker Tarek Al-Wazir spricht von einem Chaos um die Neubesetzung des Bundesverkehrsministers. Dass Merz ohne Nachfolger für Schnieder dastehe, sei „handwerklich katastrophal“. Al-Wazir sagte, solange das Grundproblem nicht gelöst sei, könne Merz ernennen, wen er wolle: „Trotz 500-Milliarden-Sondervermögen ist zu wenig Geld für die Verkehrsinfrastruktur da, weil gleichzeitig der Verkehrsetat halbiert worden ist und das Geld eben nicht zusätzlich investiert wird. Daran kann ein neuer Verkehrsminister nichts ändern, solange Kanzler und Vizekanzler diesen Grundfehler nicht korrigieren. Der Neu- und Ausbau vor allem bei der Bahn ist weiterhin völlig unterfinanziert, es braucht mindestens 5 Milliarden Euro mehr pro Jahr.“12:38 Uhr – Freitag, 24. JuliAuch Ablösung der Sport-Staatsministerin im GesprächWann Merz die nächsten Personalentscheidungen verkünden wird, ist noch offen. Nach Informationen der dpa könnte es auch weitere Veränderungen im Kanzleramt geben. Im Gespräch ist, dass die Sport-Staatsministerin Christiane Schenderlein abgelöst werden soll.12:36 Uhr – Freitag, 24. JuliKubicki: „Eine einzige öffentliche Demütigung für alle Beteiligten“FDP-Chef Wolfgang Kubicki spottet auf X über die Probleme von Bundeskanzler Merz bei der Personalrochade. „Merz schafft es irgendwie immer, schlecht dazustehen. Eine einzige öffentliche Demütigung für alle Beteiligten.“ 12:10 Uhr – Freitag, 24. JuliNeuer Generalsekretär am MontagAm Montag will der CDU-Vorsitzende Merz nach dpa-Informationen bekanntgeben, wen er für das Amt des CDU-Generalsekretärs als Nachfolger von Carsten Linnemann vorschlagen wird. Sollte seine Wahl – wie bereits bekannt geworden – auf die bisherige Bundesschatzmeisterin Franziska Hoppermann fallen, müsste er auch deren bisherigen Posten nachbesetzen. Hoppermann müsste noch von einem CDU-Parteitag gewählt werden.12:00 Uhr – Freitag, 24. JuliChaos um VerkehrsministerVerkehrsminister Patrick Schnieder rechnet selbst mit seiner Entlassung. In einer SMS, die der WELT-Partnerpublikation „Politico“ aus Parteikreisen zugespielt wurde, schreibt Schnieder: „Der Bundeskanzler hat mir gestern am späten Nachmittag mitgeteilt, dass er mich als Verkehrsminister entlassen wird.“ Die Entscheidung werde Merz bei der Pressekonferenz öffentlich machen. Doch dazu kam es nicht. Nachfolger für Schnieder sollte laut den Berichten nach Wunsch des Kanzlers der CDU-Bundestagsabgeordnete Fritz Güntzler werden. Doch dieser sagte Merz ab, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland und „Zeit“ berichten. Lesen Sie hier eine Bilanz von Verkehrsminister Schnieder.11:20 Uhr – Freitag, 24. JuliGrüne zu Kabinettsumbildung: „Weder professionell noch durchdacht“Grüne und Linke im Bundestag kritisieren den vorgenommenen Kabinettsumbau. Nach einem verpatzten Jahr Schwarz-Rot ziehe Merz die Reißleine, teilten die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Britta Haßelmann und Katharina Dröge mit. Die Salamitaktik, mit der der Kanzler sein Kabinett nun offenbar etappenweise über den Sommer umbauen wolle, sei nicht dazu geeignet, Ruhe in die Regierungsgeschäfte zu bringen. Sie führe zu immer weiteren und neuen Spekulationen und fortgesetzter Unruhe. „Das wirkt weder professionell noch gut durchdacht.“ Linken-Fraktionschef Sören Pellmann sagte der „Rheinischen Post“: „Dieses Land braucht keinen Kabinettsumbau, sondern endlich eine andere Politik. Aber darauf kann man nicht hoffen. Das ernannte Personal wird nur die Kahlschlagpolitik fortsetzen.“10:00 Uhr – Freitag, 24. JuliWarken, Linnemann, Amthor – diese Personalien sind verkündetDie bisherige Gesundheitsministerin Nina Warken wechselt auf den Posten der Kanzleramtsministerin, wie Merz verkündet hat. Sie folgt auf Thorsten Frei, der den zurückgetretenen Jens Spahn als Unions-Fraktionschef ersetzt. Der bisherige CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann übernimmt von Warken das Gesundheitsressort. Der bisherige Parlamentarische Staatssekretär im Digitalministerium, Philipp Amthor (CDU), wird Staatsminister für die Bund-Länder-Beziehungen. Mehr lesen Sie hier.mit dpa/AFP/Reuters