Die EU-Kommission will Europas Industrie mit einer Reform des Emissionshandels (ETS) entlasten. BASF-Chef Markus Kamieth hält die Pläne dagegen für so riskant, dass sie die Abwanderung von Unternehmen aus Europa weiter beschleunigen könnten.Kamieth hält die vorgesehenen Investitionsauflagen für kaum erfüllbar. Unternehmen müssten Investitionszusagen machen, obwohl zentrale Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Betrieb fehlten, sagte der Vorstandsvorsitzende des deutschen Chemiekonzerns der Financial Times (FT).

„Ich halte diesen Vorschlag für riskant, da er den industriellen Niedergang Europas beschleunigen könnte“, warnte Kamieth. „Steigende CO₂-Preise verstärken die Verlagerung von Produktionsstätten.“

Das plant die EU-Kommission beim Emissionshandel

Die EU-Kommission hatte in der vergangenen Woche eine umfassende Reform ihres Emissionshandelssystems (ETS) vorgestellt. Kraftwerke und energieintensive Unternehmen müssen für jede ausgestoßene Tonne CO₂ ein Zertifikat vorweisen. Indem die Zahl der verfügbaren Zertifikate schrittweise sinkt, soll der Ausstoß von Treibhausgasen zunehmend teurer werden und Investitionen in klimafreundliche Technologien auslösen.

Dem internationalen Wettbewerb besonders stark ausgesetzte Branchen wie die Chemie-, Stahl- oder Zementindustrie erhalten einen Teil ihrer Zertifikate kostenlos. Dadurch will die EU ihre Abwanderung ins Ausland verhindern. Nach den Plänen der EU-Kommission sollen kostenlose Zertifikate bis 2040 deutlich länger als bisher vorgesehen vergeben werden. Künftig sollen sie jedoch stärker an Investitionen in Europa gekoppelt werden.