Die seit 1936 alle vier Jahre verliehene Fields-Medaille gilt als der Nobelpreis der Mathematik. Verliehen wird sie an bis zu vier Mathematikerinnen und Mathematiker, die jünger als 40 Jahre sind und dennoch beachtliche Beiträge zur Wissenschaft geliefert haben. In diesem Jahr strahlt die Kohorte besonders hell: Alle vier Preisträger haben mathematische Probleme mit ihren Beweisen gelöst, die die Mathematik seit vielen Jahren beschäftigt. Yu Deng befasste sich mit Hilberts sechstem Problem aus dem Jahre 1900, Hong Wang mit der Kakeya-Vermutung aus dem Jahre 1917, John Pardon mit der Gromovschen Vermutung in der Knotentheorie von 1983 und Jacob Tsimerman mit der André-Oort-Vermutung von 1989.
Debatte über Austragung in den USA
Die Fields-Medaille wird alle vier Jahre auf dem Kongress der Internationalen Mathematischen Union (IMU) verliehen. Schon im Vorfeld der Tagung hatte es reichlich Knatsch gegeben. Über 2000 Mathematiker hatten eine Petition unterschrieben, dass der Kongress nicht in den USA stattfinden solle. Die französischen, kubanischen und brasilianischen Mathematik-Verbände zogen ihre Teilnahme zurück und überließen es einzelnen Personen, in das Land einzureisen. Davon offenbar unbeschadet glänzt die am Donnerstagabend gestreamte Verleihung der Fields-Medaille auf dem Kongress in Philadelphia umso prächtiger, weil eine Generation von Mathematikerinnen und Mathematikern ausgezeichnet wird, die bahnbrechende Erkenntnisse veröffentlicht hat.










