Trotz westlicher Sanktionen soll Russland sein Flüssigerdgas-Projekt Arctic LNG 2 weiter ausbauen. Das berichtet das Nachrichtenportal gCaptain unter Berufung auf Satellitenbilder von Synmax Intelligence. Demnach haben zwei sanktionierte Schwerlastschiffe zentrale Anlagenmodule für Arctic LNG 2 aus China zu einer Werft nahe Murmansk transportiert.Laut den Satellitenbildern sind die beiden Frachter „Glory Ocean“ und „Bright Ocean“ kürzlich in der Novatek-Werft in Belokamenka eingetroffen. Dort werden riesige Flüssigerdgas-Prozessmodule auf Schwerkraftstrukturen montiert, bevor diese zu Arctic LNG 2 auf der Gydan-Halbinsel geschleppt werden. Das Modul der „Glory Ocean“ wurde laut gCaptain nicht an der großen Montagehalle von Belokamenka entladen, sondern direkt neben der noch unfertigen dritten Plattform von Arctic LNG 2. Das könnte darauf hindeuten, dass Novatek die seit 2024 weitgehend ruhenden Arbeiten wieder aufnehmen will. Beide Schiffe waren dem Bericht zufolge bereits an früheren Modullieferungen für Arctic LNG 2 beteiligt.

US-Sanktionen brachten Arctic LNG 2 zum Stillstand

Arctic LNG 2 galt lange Zeit als wichtigstes LNG-Projekt Russlands. Das Terminal sollte ursprünglich jährlich bis zu 20 Millionen Tonnen Flüssigerdgas in die Welt exportieren und einen entscheidenden Beitrag zu Putins Ziel leisten, die russischen LNG-Exporte bis 2030 zu verdreifachen. Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine 2022 verhängten die USA jedoch Sanktionen, die das Projekt weitgehend zum Stillstand brachten.