Trotz immer neuer Sanktionen gegen Russland unterstützt eine dänische Werft weiterhin den Export von Flüssigerdgas (LNG) aus Sibirien. Das berichtet die Financial Times. Demnach übernimmt die Werft Fayard in Munkebo (Dänemark) nach wie vor Wartungsarbeiten an speziellen Arc7-Eisbrecher-Tankern, die für die LNG-Lieferungen aus dem russischen Yamal-Projekt unverzichtbar sind.

Nach Angaben der Umweltorganisation Urgewald ist Fayard inzwischen die einzige verbliebene Werft in der EU, die solche Arbeiten noch durchführt. Allein im vergangenen Jahr wurden dort fünf Tanker aus der Yamal-Flotte gewartet. In diesem Sommer stehen sechs weitere Reparaturen an.

EU will Dienstleistungen für russische Tanker verbieten

Der Fall sorgt für politische Brisanz. Die EU will russische Gasimporte bis 2027 vollständig beenden. Gleichzeitig sollen ab kommendem Jahr auch maritime Dienstleistungen für LNG-Tanker mit Russland-Bezug schrittweise verboten werden. Kritiker werfen Fayard deshalb vor, eine der letzten großen Einnahmequellen des Kremls indirekt zu stützen.

Die Arc7-Tanker gelten als Rückgrat des Yamal-LNG-Projekts in Sibirien. Die speziell für den Einsatz im arktischen Eis entwickelten Schiffe transportieren das Flüssigerdgas von Nordrussland zu Umschlagplätzen und Abnehmern in Europa und Asien. Weil die Tanker technisch hochkomplex sind, können sie nur auf wenigen Werften gewartet werden.