Russlands sanktioniertes Terminal Arctic LNG 2 hat seine Produktion in diesem Jahr drastisch erhöht. Das geht aus Daten des Londoner Börsenbetreibers LSEG hervor, die der Berliner Zeitung exklusiv vorliegen. Demnach hat das LNG-Terminal in der Arktis zwischen Januar und Juli 2026 insgesamt 1,71 Millionen Tonnen LNG verladen – mehr als achtmal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres (0,21 Millionen Tonnen).Die Anlage gehört zu den wichtigsten LNG-Projekten des Landes. Arctic LNG 2 wurde für eine Jahreskapazität von knapp 20 Millionen Tonnen Flüssigerdgas ausgelegt und soll einen zentralen Beitrag zu Putins Ziel leisten, Russlands LNG-Exporte bis 2030 zu verdreifachen. Wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verhängten die USA 2023 zunächst scharfe Sanktionen gegen das Terminal – und brachten es faktisch zum Erliegen. Die neuen Daten deuten jedoch darauf hin, dass es Russland trotz der Beschränkungen offenbar immer besser gelingt, die LNG-Exporte hochzufahren – auch dank großer Unterstützung aus China.
China importiert Millionen Tonnen aus Arctic LNG 2
Seit Verhängung der amerikanischen Sanktionen im Jahr 2023 versucht der Terminalbetreiber Novatek, die Beschränkungen gegen Arctic LNG 2 zu umgehen. Für die Anlage stehen laut Bloomberg mittlerweile rund 20 Tanker bereit, um Lieferungen in internationale Märkte zu bringen. Die Schiffe wechseln zum Teil regelmäßig ihre Flaggen und Eigentümer und können aufgrund verschleierter Daten im internationalen Seeverkehr nur schwer identifiziert werden. Laut den LSEG-Daten wurde mit gut 1,7 Millionen Tonnen in diesem Jahr bereits jetzt mehr Flüssigerdgas bei Arctic LNG 2 verladen als im gesamten Vorjahr (1,25 Millionen Tonnen).







