Mutmaßlicher Tatort Untersiggenthal: Als das mutmaßliche Opfer bei ihrer Wohngemeinde Sozialhilfe beantragte, meldete diese den Fall dem kantonalen Migrationsamt
Die Vorwürfe sind für sich genommen schrecklich genug: mehrfache Vergewaltigung, versuchter Mord und sexuelle Handlungen mit einem Kind. Die Staatsanwaltschaft im Schweizer Kanton Aargau hat am Montag einen ehemaligen Politiker der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP) angeklagt und fordert eine lebenslängliche Freiheitsstrafe.
Was den Fall darüber hinaus skandalös erscheinen lässt, ist der Umgang der Behörden mit den beiden Opfern, einer Mutter und ihrer zur Tatzeit minderjährigen Tochter: Nach der Verhaftung des mutmaßlichen Täters verweigerte ihnen die Wohngemeinde Untersiggenthal die volle Sozialhilfe. Und das kantonale Migrationsamt verfügte, dass beide die Schweiz verlassen müssen.
Angeklagter Frei (Screenshot aus SVP-Pressemitteilung): Lebenslängliche Freiheitsstrafe gefordert
Der mutmaßliche Täter ist der frühere SVP-Politiker Patrick Frei, 57. Bis zu seiner Verhaftung 2023 saß der gelernte Wirtschaftsinformatiker als Abgeordneter im Großen Rat des Kantons Aargau. So heißt das kantonale Parlament, vergleichbar mit einem deutschen Landtag. Als Politiker machte Frei wiederholt Ausländer für Gewalt gegen Frauen verantwortlich und unterzeichnete kurz vor seiner Verhaftung noch einen Vorstoß für ein härteres Vorgehen gegen pädosexuelle Straftäter.










