Der mutmaßliche Täter im Fall Stade hat sich laut dem niedersächsischen Justizministerium in Untersuchungshaft in der JVA Bremervörde das Leben genommen. Der Vorfall hat auch Einfluss auf die laufenden Ermittlungen.
Denn nach dem Tod des 45-Jährigen wird das Verfahren gegen den Mann eingestellt. Gegen Tote könne nicht ermittelt werden, teilte die Staatsanwaltschaft Stade auf NDR Anfrage mit. Die Ermittlungen gegen die Fahrerin des Fluchtwagens und die Mutter des gemeinsamen Kindes würden formal weitergeführt. Es werde aber alles eingestellt, wenn sich herausstelle, dass der Mann der alleinige Täter war, betonte die Staatsanwaltschaft. Die CDU forderte am Dienstag lückenlose Aufklärung darüber, was in der JVA Bremervörde passiert ist - und äußerte scharfe Kritik.
Die niedersächsische CDU spricht in einer Pressemitteilung von einer "Serie schwerwiegender Pannen und Versäumnisse im Verantwortungsbereich von Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD)". Es sei nicht erklärbar, wie es zu dem Suizid kommen konnte. Den Angehörigen sei dadurch die Möglichkeit genommen worden, die strafgerichtliche Aufarbeitung der Tat zu erleben.
Am Mittwoch hat das Justizministerium neue Details zum Fall Stade bekannt gegeben. Am Tag seiner Einlieferung in die JVA Bremervörde am 30. Juni bis zum 09. Juli war der mutmaßliche Stade-Täter rund um die Uhr videoüberwacht worden. Ab dem 09. Juli wurde diese engmaschige Überwachung per Video schrittweise zurückgefahren - und ab dem 13. Juli komplett eingestellt. Stattdessen sollte es regelmäßige "Sichtkontrollen" während der Tages- und Nachtzeiten geben. Als Grund nannte das Justizministerium unter anderem psychologische Berichte.












