PfadnavigationHomeICONISTService„Primal Fear“ bis „Haus am Hang“Der perfekte Tomatenstrauch, ein geklautes Baby – und weitere SerienempfehlungenStand: 07:02 UhrLesedauer: 4 Minuten„Das Haus am Hang“ erzählt von den strengen Konventionen einer japanischen GesellschaftQuelle: picture alliance/dpa/ARTE G.E.I.E./© 2019 WOWOW/TELEPACKEine Miniserie seziert höfliche Unterdrückung. Ein Klassiker, der auch Modefilm sein könnte, stürzt Institutionen vom Sockel. Ein Comedian buddelt im Gemüsegarten. Vier Empfehlungen zum Streamen.„Das Haus am Hang“So viel Höflichkeit. So viel Fassade. So viel Wut. Es ist ein stilles System, nach dem in der sechsteiligen japanischen Miniserie: „Das Haus am Hang“, die Arte wieder ins Programm genommen hat, Gewalt und Unterdrückung funktionieren. Risakos Ehemann lächelt, als er ihr beim Abendessen erklärt, dass es doch eigentlich peinlich sei, dass ausgerechnet sie, die Hausfrau, zur Laienrichterin berufen wurde. Sie, die gar keine Ahnung habe. Risako schweigt. Wieder einmal, so wie zu den vielen anderen Versuchen, sie kleinzumachen. Und nimmt sich stattdessen ein weiteres Bier aus dem Kühlschrank.Basierend auf einem Roman von Mitsuyo Kakuta, erzählt „Das Haus am Hang“ die Geschichte eines Gerichtsprozesses. Angeklagt ist eine Frau, die etwas Unfassbares getan hat: Sie hat ihr Baby getötet. Risako, selbst Mutter einer kleinen Tochter, soll mit den anderen Schöffen den Fall beurteilen. Dabei spürt sie, wie sehr sie sich mit der Angeklagten identifizieren kann. Mit einer Frau, die überfordert war mit ihrem Kind, das sie nicht beruhigen konnte, mit den Ansprüchen ihres Mannes, den Vorwürfen der Schwiegermutter. Risako findet sich in einer Frau wieder, die Hilfe gebraucht hätte und schwieg, bis es zur Katastrophe kam. Kann Risako das ihr drohende Fiasko abwenden?Ebenso berührend wie eindringlich öffnet „Das Haus am Hang“ nicht nur den Blick für die von strengen Konventionen geprägte japanische Gesellschaft, sondern auch für den generellen Kampf der Geschlechter – und für das Fatale einer Mutterschaft, die mehr auf Leistungsdruck und Pflichtgefühl basiert als auf Freude und bedingungslose Liebe. Claudia BeckerIn der Arte Mediathek„Primal Fear“ Der angesehene Erzbischof von Chicago wird grausam ermordet. Festgenommen wird der 19-jährige, stotternde Messdiener Aaron Stampler (Edward Norton) – er wurde blutüberströmt am Tatort erwischt. Der ehrgeizige Staranwalt Martin Vail (Richard Gere!) übernimmt kostenlos die Verteidigung. „Primal Fear“, auf Deutsch „Zwielicht“, ist schon im Jahr 1996 erschienen, aber gerade wieder auf Netflix verfügbar – und kaum gealtert. Neben Gere, dem man bei allem zugucken kann, zeigt sich: Institutionen sind keine überlegenen Wahrheitsmaschinen, sondern bleiben fehlbare Konstruktionen, abhängig von den Interessen, Irrtümern und Fähigkeiten der Einzelnen, die in ihnen handeln. Edward Norton feierte mit seiner Rolle seinen internationalen Durchbruch und wurde direkt für einen Oscar nominiert. Janet Venable (Laura Linney) führt die Anklage. Sie ist die Ex-Freundin und ehemalige Schülerin des Verteidigers Vail und in jeder Szene perfekt gekleidet. Sind das Armani-Anzüge? Maria-Antonia GerstmeyerAuf NetflixLesen Sie auch„This Is a Gardening Show“Ein spontanes Gedankenexperiment: Wie hoch stehen die Chancen, dass acht von zehn Kindern das Logo des US-Tech-Riesen Apple eher erkennen, als dass sie wissen, wie eigentlich echte Äpfel entstehen? Kein Vorwurf der jungen Generation gegenüber, denn: Die Entfremdung von Flora und Fauna betrifft inzwischen sämtliche Altersgruppen vor dem Renteneintrittsalter, verbringen wir doch gefühlt 24/7 vor Bildschirmen oder in klimatisierten Räumen. „This Is a Gardening Show“ von und mit Schauspieler und Stand-up-Comedian Zach Galifianakis (bekannt vor allem aus der „Hangover“-Filmreihe) will Abhilfe schaffen – und nimmt Zuschauer mit in Feld, Wald und auf Wiesen. 15 Minuten dauert eine Folge, weswegen sich die Episoden als eine Art Appetitanreger verstehen lassen, noch mehr über den Anbau von Tomaten oder Karotten sowie den perfekten Kompost erfahren zu wollen. Mit einer Extraportion Humor – und auch der ein oder anderen sarkastischen Bemerkung – schafft es Galifianakis (inzwischen auch Emmy-nominiert), den bislang nie dagewesenen Wunsch nach einer eigenen Parzelle zu wecken. Anja Francesca RichterAuf NetflixLesen Sie auch„Maternal Instinct: Der Fall Taylor Parker“ Es geht um Fötusraub, eine vorgetäuschte Schwangerschaft und unfassbare Wendungen. „Maternal Instinct“ ist eine der aktuellen True-Crime-Produktionen auf Netflix und rekonstruiert den realen Fall von Taylor Parker, die ihrer Freundin bei lebendigem Leib das ungeborene Baby aus dem Bauch schnitt. Die zentrale Frage der Serie lautet: Wie kann es so weit kommen? Und wie kann das Umfeld über Monate nicht bemerken, dass eine Schwangerschaft nur vorgetäuscht ist? Folge für Folge setzt die Dokumentation die Puzzleteile zusammen und zeigt, wie sich Täuschung, Manipulation und Selbstinszenierung zu einem der verstörendsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre verdichten. Die Antworten fallen anders aus, als man zunächst vermutet – und hinterlassen vor allem Fassungslosigkeit. Nicola ErdmannAuf NetflixLesen Sie auchIn unserem Newsletter, der jeden Freitag erscheint, bekommen Sie die Tipps als Allererstes. 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„Primal Fear“ bis „Haus am Hang“: Vier Serienempfehlungen für Regentage - WELT
Jede Woche eine neue Serie? Von wegen: Unsere Streaming-Highlights beinhalten gleich zwei höchst spannende Comebacks, darunter ein 30 Jahre alter Thriller mit Richard Gere! Außerdem zu sehen: einen der verstörendsten Kriminalfälle der vergangenen Jahre sowie einen humorvollen Ausflug ins Gemüsebeet.






