PfadnavigationHomeICONISTServiceSerien HighlightsVom MI5-Keller über Luxuskrise zum strauchelnden Millennial – Fünf Serien zum StreamenVeröffentlicht am 14.11.2025Lesedauer: 5 MinutenSir Gary Oldman in „Slow Horses – Ein Fall für Jackson Lamb“Quelle: Apple TV/Jack EnglishEin verlotterter Geheimdienstler, ein dänisches Familiendrama, ein Modehaus zwischen Glanz und Krise, und ein Mann, der sich mit alten Freunden und alten Wunden konfrontiert sieht: Fünf Streaming-Highlights zwischen Thriller, Doku und Nostalgie.„Slow Horses“ (Fünfte Staffel)Die britische Krimiserie „Slow Horses“ erweist sich nun schon seit fünf Jahren als probates Mittel gegen den Herbst-Blues, und das allein schon, weil es wohl kein zweites Format gibt, das ein so plastisches und vielschichtiges Bild vom heutigen London zeichnet – und weil es hier die vom Geheimdienst MI-5 aussortierten Underdogs sind, die selbst die kompliziertesten Fälle lösen. Da jede Staffel auf einem Roman von Mick Herron basiert, hat man auch bei der fünften nicht das Gefühl, dass die Figuren ausgereizt sind oder die Handlung unnötig in die Länge gezogen wird, wie das bei vielen anderen Serien spätestens ab Staffel vier der Fall ist.Dieses Mal gerät der zu Selbstüberschätzung neigende Technikspezialist Roddy Ho in den Mittelpunkt einer Verschwörung. Wie immer dauert es eine Weile, bis sein Chef Jackson Lamb sich von seinem stinkigen Sofa erhebt und in Fahrt kommt, und wie immer ist eine Freude, dem unvergleichlichen Gary Oldman in der Rolle des verlotterten Geheimdienstveteranen zuzuschauen – pardon, Sir Gary Oldman, denn der Schauspieler wurde diese Woche von Prince William zum Ritter geschlagen. Heiko ZwirnerIm Streaming bei Apple+„Cry Wolf“Wer den ÖRR nicht mehr erträgt, weil er für die ausufernden Zwangskosten mal wieder mit ansehen muss, wie Millionäre im Tatort quasi selbstverständlich zu Mördern werden und dazwischen Israel-Hass und exzessiv Dauerwerbung für Wärmepflaster aufgenötigt bekommt, dem bleiben immer noch die Produktionen vom dänischen Rundfunk. Danish Drama gilt in der internationalen TV-Industrie längst als Qualitätssiegel. Streamingdienste wie Netflix und HBO kopieren Drehbücher regelmäßig. Figuren sind nie nur „gut“ oder „böse“, man gönnt ihnen Grautöne, moralische Ambivalenz, innere Konflikte. So auch in der Mini-Serie „Cry Wolf“, die zwar schon ein paar Jährchen alt ist (Premiere war 2020) und wegen seines Themas, häusliche Gewalt, etwas deprimierend, aber sie kommt von den Machern von „Borgen“. Nebenbei kann man gegebenenfalls sein Dänisch auffrischen (im Original natürlich tausendmal besser) und abschalten fällt auch schwer, weil sich erst in den letzten Folgen abzeichnet, ob die 14-jährige Holly jetzt die Wahrheit sagt oder nicht. Maria-Antonia GerstmeyerIn der ARTE-MediathekLesen Sie auch„Gucci: Luxus, Lust & Drama“Der Luxusmarkt strauchelt und Gucci sackt an der Börse immer weiter ab, aktuell um dramatische 25 Prozent. Dem in Florenz gegründeten Modehaus fehlte es zuletzt an einer klaren Markenidentität. Der letzte Kreativdirektor Sabato de Sarno blieb gerade mal ein Jahr. Doch die Mode steht vor einigen spektakulären Neuanfängen! Gleich mehrere Marken haben neue Designer und Gucci könnte mit Demna Gvasalia, der davor Balenciaga erfolgreich umgekrempelt hat, künftig wieder zu einstiger Größe finden. Eine neue Dokumentation mit bisher unbekannten Archivbildern zeichnet die ganze Geschichte von Gucci noch mal nach. Leider auch mit Skepsis gegenüber dem ach so „kapitalistischen“ Designer Tom Ford (was soll Mode denn sein, wenn nicht kapitalistisch?). Der großartige Ford hatte in den Neunzigern überhaupt erst dafür gesorgt, dass Gucci als Prêt-à-porter-Marke ernst genommen wird. Wer das komplette Bild bekommen will, dem sei das Buch „House of Gucci“ von Sara Gay Forden ans Herz gelegt. Maria-Antonia GerstmeyerIn der ARTE-Mediathek„Rebel Royals“