Als Guerillakämpfer gegen die Diktatur war Daniel Ortega einst Hoffnungsträger linker Solidarität. Inzwischen ist er selbst zum Diktator verkommen.
Nicaraguas Autokrat Daniel Ortega 2024 in Venezuela
Pedro Rances Mattey/imago
Dass Nicaraguas Präsident Daniel Ortega unter Verfolgungswahn leidet, das ist kein Geheimnis. „Sie schmieden ständig Komplotte, suchen nach Wegen, Parteien zu gründen, damit diese bei einer möglichen Wahl dann gewinnen können“, sagte der 80-Jährige am Sonntag vor Tausenden Anhängern anlässlich des 47. Jahrestags der sandinistischen Revolution. Schließlich kündigte er das Ende freier Wahlen an: „Sie können es vergessen, hier in Nicaragua wird es keine Wahlen mehr geben, bei denen sie versuchen könnten, die Regierung zu übernehmen und die Macht an sich zu reißen“, so Ortega.
Am 19. Juli 1979 hatte die sandinistische Befreiungsfront FSLN den langjährigen Diktator Anastasio Somoza gestürzt und die Macht in Nicaragua übernommen. Die linke internationale Solidarität feierte damals den Einzug in Managua. Ortega war das Oberhaupt einer fünfköpfigen Junta, die die Regierung übernahm. Die politische Bandbreite der Führungsriege reichte anfangs von den sandinistischen Revolutionären bis hin zur Christdemokratin Violetta Chamorro. Das Adjektiv ‚sandinistisch‘ geht auf den Guerillaführer Augusto Sandino (1895-1934) zurück, der für die Befreiung Nicaraguas und gegen die Besatzungsmacht USA kämpfte.










