Nicaraguas Präsident Daniel Ortega regiert sein Land schon seit fast zwanzig Jahren und zunehmend autoritär. Nun hat der Langzeitherrscher Wahlen kategorisch ausgeschlossen, um die Opposition von einem Machtwechsel abzuhalten. »Sie können es vergessen, hier in Nicaragua wird es keine Wahlen mehr geben, bei denen sie versuchen könnten, die Regierung zu übernehmen und die Macht an sich zu reißen«, sagte Ortega am Sonntag in der Hauptstadt Managua.»Sie schmieden ständig Komplotte (…), suchen nach Wegen, Parteien zu gründen, damit diese bei einer möglichen Wahl dann gewinnen würden«, sagte Ortega vor Tausenden Anhängern anlässlich des 47. Jahrestags der sandinistischen Revolution. Die von ihm angeführte Guerilla hatte damals Machthaber Anastasio Somoza gestürzt. Er werde verhindern, dass von den USA unterstützte Parteien in Nicaragua an die Macht kommen, fügte Ortega hinzu.

Wahlen erst verschoben, nun abgesagtUrsprünglich hätten in Nicaragua im November Wahlen stattfinden sollen. Vor anderthalb Jahren wurde jedoch durch Verfassungsreformen die Amtszeit des Präsidenten von fünf auf sechs Jahre verlängert, sodass die Wahlen nun für 2027 vorgesehen sind. Die Oppositionsbewegung, die sich im Exil befindet, hofft, dass internationaler Druck wieder zu Wahlen in dem armen zentralamerikanischen Land führen könnten.