Stand: 22.07.2026 • 02:27 Uhr

Bisher wahrte das Regime in Nicaragua den Schein von Wahlen, nächstes Jahr hätten Präsidentschaftswahlen stattfinden sollen. Doch es wird keine mehr geben: Nie wieder, verkündete jetzt Präsident Ortega.

Die Zukunft des Landes ohne Wahlen verkündet Daniel Ortega am Sonntag in Nicaraguas Hauptstadt Managua vor Zehntausenden Nicaraguanern. In Reih und Glied stehen sie da, mobilisierte Beamte, Lehrkräfte, Profiteure seines Systems, und feiern den 47. Jahrestag der Sandinistischen Revolution.

"Glaubt bloß nicht, dass wir in Frieden leben, nur weil kein Krieg mehr herrscht", sagt Ortega. "Hier ist Schluss mit der Geschichte. Niemals werden die von den Yankees und Somozisten eingesetzten Parteien wieder an die Regierung kommen."

Somozisten sind die Anhänger des Diktators Anastasio Somoza. Die Sandinisten um Daniel Ortega haben ihn gestürzt, am 19. Juli 1979. Ortega galt international als strahlende Revolutionsfigur. An diesen historisch bedeutenden Tag erinnert nun diese Feier. Ortegas Versprechen damals: Nie wieder Diktatur. Sein Versprechen 47 Jahre später: Nie wieder Wahlen. "Es wird keine Wahlen mehr geben, damit sie nicht versuchen, die Regierung an sich zu reißen, die Macht an sich zu reißen."