Der AfD-Bundesvorstand will den Landesvorstand in NRW mit einer Kommission durchleuchten. Zuletzt probten dort Teile der AfD den Aufstand gegen Weidel.

AfD-Landeschef Martin Vincentz peitscht seine Anhänger für den offenen Aufstand ein

Revierfoto/imago

Alice Weidel bereitet offenbar die Entmachtung des AfD-Landesvorstands von Nordrhein-Westfalen vor. Mehrere Teilnehmer einer Bundesvorstandssitzung am Montagvormittag teilten der taz mit, dass die Bundesspitze eine „Untersuchungskommission NRW“ einsetzen will. Darin sollen der komplette Landesverband durchleuchtet werden: Finanzen, Aufnahmepraxis sowie „allgemeine Funktionalität“. Die Kommission solle ein Budget bekommen und sich extern mit Wirtschaftsprüfern und Expertise verstärken können. Vorsitzen soll der Kommission dem Vernehmen nach der Oberstaatsanwalt im Ruhestand und ehemalige AfD-Bundesvorstand Roman Reusch.

Zudem will der Bundesvorstand ein Rundschreiben an alle AfD-Mitglieder zu den Vorgängen verfassen. Ordnungsmaßnahmen gegen einzelne Akteure wegen Bedrohungen, öffentlichen Äußerungen oder ähnlichem sollen geprüft werden. Ebenso soll es eine Datenschutzprüfung „wegen Weitergabe von Mitgliederdaten an Dritte“ geben. Zuletzt hatte es aus Kreisen des Bundesvorstands im Zusammenhang mit der umkämpften Listenaufstellung für die Landtagswahl 2027 schon geheißen, dass auch eine Absetzung des Landesvorstands möglich sei.