Dania Joedo aus Jakarta kann ihre leidvolle Geschichte ganz kurz und schmerzlos erzählen. Denn diese Geschichte ist aus ihrer Sicht das, was man in der LGBTQ+-Community einen „Klassiker“ nennt: „Du wirst als Kind missbraucht, verleugnest lange deine Identität, bis du später endlich dein Coming-out hast – und dann enteignet dich deine Familie.“ So sei das auch bei ihr gewesen, sagt Dania Joedo, 36, bei einem Gespräch in einem Café in Jakarta Mitte. Als sie mit der Hormontherapie begann, um als Frau zu leben, war das für sie wie eine Befreiung, erzählt sie. Die Suizidgedanken, die sie gehabt habe, hörten auf. „Mein Leben ist jetzt besser“, sagt sie, „allerdings ist es nicht einfacher“. Im Gegenteil.