Die Zeit auf Erden mag begrenzt sein, umso richtiger ist es, sie gut zu nutzen. Freizeit am Wochenende ist längst nicht mehr zeitgemäß.
Shoppen am Sonntag. Warum nicht?
Michael Gstettenbauer/imago
O b Gott bei der Erschaffung der Welt eine 40-Stunden-Woche hatte, ist aufgrund der damals nachlässigen Arbeitszeiterfassung nicht überliefert. Ziemlich sicher wissen wir jedoch, dass er sich den Sonntag freigenommen hat – eine wirtschaftsfeindliche Work-Life-Balance, die wir uns in einer aufgeklärten Gesellschaft nicht mehr leisten sollten, wie DIHK-Präsident Peter Adrian verkündete. Dieser Prophet des Profits nannte Deutschlands Sonntagsruhe für Geschäfte ein „Relikt der Vergangenheit“.
Erlös geht schließlich über Erlösung, lautet das Evangelium des Kapitals, das auch der Kirchengänger Friedrich Merz fromm nachbetet. Unsere Zeit auf Erden mag begrenzt sein, unsere Arbeitszeit bitte nicht! Das bremst das Wachstum. Moment, nicht falsch verstehen! Das ist natürlich keine blasphemische Kritik an Gottes Wirtschaftspolitik – seine in der Genesis beschriebenen keynesianistischen Infrastrukturprojekte bescherten der Weltwirtschaft schließlich ein bis dahin nie dagewesenes Wachstum.










