Sollten Berlins Geschäfte künftig an jedem Sonntag öffnen dürfen? Diese Frage wird derzeit wieder intensiv diskutiert. Die Berliner Zeitung hat deshalb Passanten auf der Schlossstraße in Steglitz gefragt, wie sie zu einer generellen Sonntagsöffnung stehen.

Die Debatte hat durch einen Beschluss der Bundesregierung neuen Schwung bekommen. In ihrem „Programm für Aufschwung und Beschäftigung“ sieht die Koalition längere Sonntagsöffnungszeiten für Bibliotheken, Bäckereien und Konditoreien vor. Damit ist auch eine alte Forderung wieder auf dem Tisch: Soll künftig der gesamte Einzelhandel an allen Sonntagen öffnen dürfen?

2026: Fällt der Ruhetag weg, könnte diese Dame – hier in der Schlossstraße im Berliner Südwesten – auch an Sonntagen einkaufen.

© Emmanuele Contini/Berliner Zeitung

Bislang kann das Land Berlin jährlich bis zu acht verkaufsoffene Sonn- oder Feiertage festlegen. An den übrigen dürfen vor allem Tankstellen, Apotheken und Geschäfte in Fernbahnhöfen öffnen. Peter Adrian, Präsident der Industrie- und Handelskammer, fordert deshalb, das Grundgesetz zu ändern. Dort steht der Sonntag nämlich als Tag der Arbeitsruhe und der „seelischen Erhebung“ unter besonderem Schutz.